|
Schulzeitverkürzung
Wir stellen
fest:
Deutsche
Schulabgänger sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich
alt.
Das 12-Jahres-Abitur soll flächendeckend von der Koalition eingeführt
werden.
Die neuen fünften Klassen sollen nach der Stundentafel des 12-Jahres-Abiturs
unterrichtet werden.
Nach bisheriger Planung soll das Abitur nach 12 Jahren nur an Gymnasien,
jedoch nicht an Gesamtschulen eingeführt werden. Dies hat eine Abwertung
der Gesamtschulen bzw. ein Zwei-Klassen-Abitur zur Folge.
Bei einer Reduzierung der Schulzeit auf 12 Jahre wird Realschulschülern
der Erwerb des Abiturs erschwert.
Wir fordern:
Das
Abitur nach 12 Jahren soll auch an Gesamtschulen ermöglicht werden,
z.B. durch Erhöhung der Stundenzahl in den Einser-Kursen.
Es
soll ein Parallelangebot des 12- und 13-jährigen Abiturs sowohl an
Gesamtschulen als auch an Gymnasien gewährleistet werden; individuelle
Entscheidung durch die Schule (Schulkonferenz).
Damit
das 13jährige Abitur nicht als minderwertig angesehen wird, soll
eine Umgestaltung der Vorstufe stattfinden:
- Schwerpunkt
auf Berufsorientierung (ausführliche Praktika, Auslandsaufenthalte,
Informationsgespräche etc.)
- Zusätzliche
Förderangebote zum Abbau von Defiziten und zum Erwerb von Zusatzqualifikationen.
Ganztagesbetreuung
Wir stellen
fest:
Die
Kultusministerkonferenz (KMK) schreibt 265 Jahreswochenstunden (JWStd)
von Klasse 5 bis zum Abitur vor.
Der
Nachmittagsunterricht nimmt durch die Schulzeitverkürzung zu, mindestens
zwei Nachmittage müssen in der Schule verbracht werden.
Durch
den erhöhten Zeitaufwand bleibt weniger Zeit zur individuellen Lebensgestaltung.
Wir fordern:
Um
den Belastungen gerecht zu werden fordern wir eine ganztagesschul-ähnliche
Betreuung:
- Mittagstisch
- Hausaufgabenhilfe
- Arbeitsgemeinschaften
- Sportangebote
- Internetzugang
- Förderangebote
etc.
Weitere
Betreuung durch LehramtsstudentInnen an Schulen, um auch Praxisnähe
des Studiums zu schaffen, um die zukünftige LehrerInnengeneration
qualitativ vorzubereiten, des weiteren zur Unterstützung ausgebildeter
Lehrkräfte, sowie zur Einrichtung von Zusatzangeboten.
Qualitätssicherung
Wir stellen
fest:
Die
Unterricht muss beim Abitur auf einem durchgängig hohem Niveau stattfinden
und jede Unterrichtsstunde sinnvoll genutzt werden, damit keine Qualitätsverluste
bei der Schulzeitverkürzung entstehen.
Wir fordern:
Verbindliche
Fortbildungen für LehrerInnen um Leistungsstandards sicher zu stellen.
Höherer
Praxisanteil in der LehrerInnenausbildung (s.o.)
Umgestaltung
der Lehrpläne in Zusammenarbeit mit SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen
und der Wirtschaft.
Oberstufenzentren
Wir stellen
fest:
Schulen
mit geringen SchülerInnenzahlen in der Oberstufe haben Probleme eine
große Auswahl an Leistungs- und Grundkursen anzubieten. Viele SchülerInnen
müssen daher für ihre Kurse zwischen verschiedenen Schulen pendeln.
Wir fordern:
Die
Einrichtung von Oberstufenzentren für SchülerInnen der Vor-
und Studienstufe mehrerer Schulen in lokalen Ballungszentren um durch
größere SchülerInnenzahlen eine größere Vielfalt
bei der Kurswahl zu ermöglichen und das Pendeln zu vermeiden.
|