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Wirtschaft
Wir stellen
fest:
Der Hamburger Hafen wird voraussichtlich mittel- bis langfristig für
Logistikunternehmen, mit Ausnahme der Binnenschifffahrt, unökonomisch
werden.
Hauptursachen
dafür sind geographische Gegebenheiten der Elbe, die eine Anpassung
an zukünftig geplante Containerriesen und deren höheren Tiefgang
nicht zulassen, sowie die kostspielige Anfahrt nach Hamburg über
die Elbe. Des weiteren sind die Kapazitäten der Umschlagflächen,
die bei einem in Zukunft wachsenden Containeraufkommen benötigt werden,
begrenzt.
Hamburg bietet hervorragende Standortfaktoren.
Es bestehen
gute Anbindungen an den Luft-, Schienen-, Straßen- und Wasserverkehr.
Mit seinen
7 Hochschulen und diversen Forschungseinrichtungen kann Hamburg den Bedarf
an Fachkräften in vielen Bereichen gut abdecken.
Das umfassende
Freizeit- und Kulturangebot ist für BürgerInnen und Unternehmen
reizvoll.
Außerdem
ist die Hansestadt eine Drehscheibe im internationalen Warenverkehr, insbesondere
in Richtung Skandinavien und den wachsenden Märkten in Osteuropa.
Wir fordern:
Strukturwandel
Wir fordern einen Strukturwandel zugunsten von innovativen Industrien,
besonders IT-Unternehmen.
Daher erscheint
uns eine Reduzierung des Anteils des Hafens am Hamburger Bruttosozialprodukt
für sinnvoll. Dies ist durch konsequente Förderung von StartUp-Unternehmen
zu erreichen, sofern deren Unternehmensziele nicht allgemein anerkannten
ethischen Grundsätzen widersprechen, keinesfalls jedoch durch eine
Schwächung des Hafenstandorts Hamburg. In diesem Zusammenhang begrüßen
wir die Arbeit von Förderungsinitiativen und die Ansiedlung von Venture-Kapital-Unternehmen
und kritisieren den momentanen Rückstand des Hamburger Bio-Tech Sektors
im Bundesvergleich. Des weiteren fordern wir die Einrichtung eines Gründungszentrums;
dieses soll als Forum dienen und den StartUps labortechnisches Leihmaterial
zur Verfügung stellen.
Hamburger
Hafen und extraterritoriale Hafenerweiterung
Wir fordern den Bau des zur Diskussion stehenden Tiefseehafens in der
Deutschen Bucht. Dieser muss jedoch ein Ergänzungshafen und unter
keinen Umständen ein Ersatzhafen sein. Es darf keine Konkurrenz zu
den Hafenstandorten Bremen und Hamburg entstehen.
Eine Beteiligung
von BLG und HHLA am Tiefseehafen ist zwingend erforderlich, um Hamburg
seinen Anteil der Steuereinnahmen zu sichern.
Weiterhin
fordern wir den Ausbau der Oberelbe zur Etablierung einer ökonomischen
Wasserstraße in den Osten Europas. Dies ist unter bestmöglicher
Berücksichtigung ökologischer Aspekte durchzuführen.
Verkehrsanbindung
Im Zusammenhang mit Resolution II fordern wir einen verstärkten Ausbau
der Gleisanlagen zwischen dem Tiefseehafen und Bremen/Hamburg.
Dies fördert den Umschlag der Güter über Hamburg und entlastet
die Straße.
Verkehr
Hamburger
Verkehrsverbund (HVV)
Wir stellen
fest:
Der HVV hat sich im vergangenen Jahr zumeist positiv gewandelt.
Wir begrüßen
den Wegfall der 1. Klasse in Triebwagen-S-Bahnen sowie des Nachtbuszuschlages.
Mit Freude
nehmen wir den Versuch des HVV, durch Änderungen der Taktung und
der Buslinien sowie der Ausdehnung des Angebotes in die Nacht den HVV
attraktiver zu machen, zur Kenntnis.
Sauberkeit
und Sicherheit haben sich verbessert.
Die Erneuerungen
gehen uns jedoch nicht weit genug.
Wir
fordern daher:
erneut über die Einrichtung eines "Partytickes", wie es
der Ausschuss "Verkehr,
Wirtschaft und Stadtplanung" von "Jugend im Parlament"
1999 vorgeschlagen hat, nachzudenken. (siehe Drucksache 16/3403)
auch den Zuschlag für Schnellbusse aufzuheben und die 1. Klasse in
lokbespannten S-Bahnen im Bereich des HVV freizugeben.
Einzel-
und Tageskarten für Jugendliche günstiger abzugeben. Denkbar
ist zum einen ein Fahrpreis von 75% für alle unter 26, wie es bei
der Deutschen Bahn AG existiert, oder für alle SchülerInnen,
Auszubildende... .
Die Altersgrenze
zum Erwerb von Kinderfahrscheinen soll auf 14 Jahre erhöht werden.
Die Einrichtung
einer Familienkarte für Eltern mit eigenen Kindern als Monats- und
Wochenkarte soll geprüft werden.
Die Wochen-
und Monatskarten sollen nicht mehr an die Kalenderwoche bzw. den Kalendermonat
gebunden sein.
Das ÖPNV-Kombiticket soll noch weiter ausgedehnt werden.
Wir wollen auch in der Nacht mit dem HVV mobil sein. Dies gilt besonders
für das Wochenende sowie für Nächte auf einen Feiertag
(Ferientag). Als optimal empfänden wir es, wenn im vorhandenen Netz
Busse und Bahnen die Nacht hindurch fahren würden. Im Sinne der Machbarkeit
und Finanzierung fordern wir zunächst den Ausbau des vorhandene Nachtbusnetzes.
Auf vielbenutzten Strecken sollen die Taktung erhöht und Gelenkbusse
eingesetzt werden. Nützlich ist ein weiterer "Ringbus"
ähnlich der Linie 600, um Fahrzeiten zu verringern.
Die Anschlussplanung soll verbessert und auch unternehmensübergreifend
zwischen U- und S-Bahnen und der AKN, sowie zwischen U/S/A-Bahnen und
den Bussen stattfinden.
Um die Fahrzeiten
der Busse zu verringern, sind, wenn möglich, noch mehr Busspuren
einzurichten, u.a. auch zeitlich begrenzt. Des weiteren soll die "intelligente
Ampelschaltung" ausgedehnt werden, so dass alle Busse mit Sendern
und nahezu alle Ampeln, die von Buslinien befahren werden, mit Empfängern
ausgestattet sind.
Die Mülleimer der U/S/A Bahnen sollen regelmäßig, besonders
abends und nachts an den Endstationen geleert werden. Diese Aufgabe kann
als Vertragserweiterung dem FHH übertragen werden.
Die S-Bahnhöfe
sind weiterhin zu unansehnlich und schmutzig. Sie sollen, wie bei der
U-Bahn, öfter gereinigt werden.
Die digitalen
Anzeigetafeln der U-Bahn mit Angabe der Wartezeit stellen eine Erhöhung
des Fahrkomforts dar. Sie sollen auch auf die Bahnhöfe der U1 sowie
auf die S-Bahnhöfe zügig ausgeweitet werden.
In einem
Pilotprojekt soll die Aufhebung der Sperrzeiten für die Fahrradmitnahme
erprobt werden. Konflikte sollen zunächst auf Kulanzbasis geregelt
werden. Überlegenswert ist eine Überwachung durch Kameras der
Aktion "Sicherheit-Sauberkeit-Service - 24 Stunden alles im Blick".
Wir fordern zu prüfen, ob es möglich ist, Fahrradabteile in
U/S/A-Bahnen einzurichten. Wir denken dabei an ausgeschilderte Bereiche,
in denen Querbänke durch Klappsitze an den Seiten ersetzt werden,
wie es in den neuen S-Bahnen hinter dem LokführerInabteil geschehen
ist. Dieser Platz reicht jedoch zur Fahrradmitnahme nicht aus und sollte
vergrößert werden. Dieses ist gerade in der S-Bahn durch den
Wegfall der 1. Klasse möglich. Entsprechende Bereiche besitzen zwar
pro Sitzeinheit einen Platz weniger, sind dafür aber vielseitiger
nutzbar. Neben Fahrrädern finden auch Kinderwagen, Rollstühle
und Gepäck mehr Freiraum. Des weiteren ist es in Stoßzeiten
möglich, mehr Fahrgäste zu befördern.
Der Hafenbereich ist zu schlecht an den HVV angebunden. Da die historische
Chance, das Gebiet mit einer U/S-Bahn durch die 4. Elbtunnelröhre
zu verbinden, nicht genutzt wurde, ist eine Verbesserung nur durch eine
Ausdehnung der Buslinien zu erreichen.
Viele "Park and Ride"-Plätze (P&R-Plätze) sind
überfüllt. Es ist nicht auszuschließen, dass sie z.B.
von AnwohnerInnen als reiner Parkplatz gebraucht werden, ohne den HVV
zu nutzen. Wir fordern daher den Ausbau der P&R-Parkplätze in
Ballungsgebieten und ein Pilotprojekt zur Kontrolle der Nutzung. Wir stellen
uns vor, dass Schranken die Ein- und Ausfahrt regeln und durch HVV-Tickets
zu öffnen sind. Des weiteren fordern wir ein P&R-Leitsystem,
ähnlich dem Parkleitsystem, das in der Innenstadt existiert. Es soll
digital von Autobahnen, Schnell- und vielbefahrenen Straßen zu noch
verfügbaren P&R-Stellplätzen führen.
Bei der Finanzierung der Erneuerungen sind Kreativität und Innovation
gefragt. Uns ist bekannt, dass der ÖPNV defizitär ist. Dies
darf jedoch kein Hindernis darstellen. Zum einen ist zu prüfen, inwiefern
durch Ausbau der Werbeflächen Zusatzeinnahmen möglich sind.
Attraktivität erhöht Fahrgastzahlen und Einnahmen. Im Übrigen
fordern wir, die Ausgleichzahlungen der Freien und Hansestadt Hamburg
zu erhöhen.
An Stelle einer in die Innenstadt fahrenden Stadtbahn befürworten
wir eine Linienführung, die im Sinne eines Ringes die Außenbezirke
verbindet und einen Zubringer zu vorhandenen Schnellbahnlinien darstellt.
Wir fordern die Fortsetzung des ZugbegleiterInnen-Services in der S-Bahn
und die Erweiterung auf U- und A-Bahn. Sie trugen und tragen noch zur
Sicherheit und Sauberkeit der Bahnen bei.
Langsamfahrstrecken im S-Bahnnetz sind unverzüglich in Stand zu setzen.
Finanzielle Mittel müssen sofort zur Verfügung gestellt werden.
Durch mehr Fahrkartenkontrollen - besonders in Bussen - soll das Schwarzfahren
eingedämmt werden.
Wir sind
uns im Klaren, dass nicht alle Forderungen auf einmal zu erfüllen
sind. Unsere Schwerpunkte liegen daher zum einen in der jugendfreundlichen
Fahrpreisgestaltung, zum anderen bei der Erhöhung der Mobilität
in der Nacht.
Individualverkehr
Neben den ökologischen Bedenken behindert vor allem das zunehmende
Platzproblem den Autoverkehr. Dieses ist besonders in einer Stadt mit
historischer Bebauung wie Hamburg der Fall. Deshalb befürworten wir
eine Verkehrspolitik, die sich für die Reduzierung des motorisierten
Individualverkehrs (MIV) - vor allem in der Innenstadt - einsetzt.
Der Mobilitätswille
ist fest im Menschen verankert. Es ist daher utopisch, den Autoverkehr
abschaffen zu wollen. Eine zukunftsfähige Verkehrspolitik muss daher
versuchen, einen gesunden Kompromiss zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern
zu erreichen.
Neben
dem Auto nehmen vor allem Fahrräder und FußgängerInnen
am Individualverkehr teil. Die Fahrradwege in Hamburg befinden sich in
einem alarmierenden Zustand. Viele Radwege sind zu schmal und durch Bäume
und deren Wurzeln zu uneben. Wir fordern daher die sofortige Sanierung
vorhandener Radwege.
Zwar
befürworten wir die neuen Velorouten, sie dürfen jedoch nicht
zu Lasten der übrigen Radwege gehen. Verkehrsbehindernde Schmalspurradwege
(80 cm) sind zu vermeiden, stellen ein Gefahrenpotential da und erhöhen
das Unfallrisiko mit FußgängerInnen. Sie sollen daher vornehmlich
durch Fahrradwege auf der Fahrbahn, die farblich markiert sind, ersetzt
werden.
Fahrradwege
müssen im Allgemeinen so angelegt werden, dass FahrradfahrerInnen
weder mit dem MIV noch mit den FußgängerInnen in Konflikt geraten.
Die
30er Zonen sind für das Inline-Skating freizugeben. Auf dieses ist
durch Beschilderung hinzuweisen. Das Inline-Skaten rund um die Alster
soll wieder aufgenommen werden. Die Kosten dafür trägt die Freie
und Hansestadt Hamburg.
Neue Antriebsformen (Wasserstoff, Elektroantrieb und Biodiesel) für
Kraftfahrzeuge sollen noch mehr gefördert werden.
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