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Das Vertrauen
in die innere Sicherheit ist insbesondere bei älteren Menschen und
bei Jugendlichen sehr gering. Die Angst beruht nicht gezwungenermaßen
auf empirischen Fakten, sondern vielfach auf subjektivem Empfinden. Tatsache
ist, dass Hamburg die Kriminalitätsstatistik unter den Großstädten
im Bereich der "Raubüberfälle auf Straßen, Wegen
und Plätzen" anführt. Wenn sich ein ganz wesentlicher Teil
der Bevölkerung vor Verbrechen fürchtet, ist dies ein tiefgreifender
Einschnitt in die Lebensqualität bei den BürgerInnen, besteht
erhöhte Gefahr zur Selbstjustiz. Zudem sollte der Entwicklung entgegengewirkt
werden, dass sich ausschließlich finanziell bessergestellte BürgerInnen
ihre Sicherheit z.B. durch private Sicherheitsdienste erkaufen können.
Aufgrund dieser Tatsachen fordern wir folgendes:
Prävention
Die Jugendzentren, so wie sie bestehen, dienen häufig als Treffpunkt
für gewaltbereite Jugendliche. Statt dessen sollten die Jugendzentren
zu einem Treffpunkt für Jugendliche aus sämtlichen Schichten
werden. Dies kann nur durch ein attraktives Angebot erzielt werden. Die
Jugendzentren müssen dem Computerzeitalter gemäß ausgerüstet
werden und dementsprechende Kurse anbieten. Zudem sollte ein reizvolles
Freizeitprogramm organisiert werden, das z.B. Wettbewerbe, Sprachkurse
und musikalische Betätigung beinhaltet. Es könnten Kinoabende
eingerichtet werden, bei denen die Jugendlichen zusammen Filme oder Sporthighlights
sehen können. Um die Vorschläge realisieren zu können,
schlagen wir vor, dass die Jugendzentren verstärkt mit Sportvereinen,
PfadfinderInnen oder anderen Institutionen zusammenarbeiten. Die Organisation
der Jugendzentren sollte so angelegt sein, dass die Jugendlichen ein gewisses
Maß an Verantwortung übernehmen können.
Zusätzlich sollen vermehrt junge SozialarbeiterInnen mit den Jugendlichen
arbeiten, so dass die Jugendlichen eineN AnsprechpartnerIn haben, der
/ die sie anregt, sich sinnvoll zu beschäftigen, und hilft, berufliche
Perspektiven zu geben, wie es von vielen Familien nicht gewährleistet
wird.
In U- und S-Bahnen sowie auf Bahnhöfen sollen vermehrt Überwachungskameras
aufgestellt werden.
Erziehungsprogramme im Schulunterricht mit den Themen Gewalt, Drogen und
Zivilcourage sollen gefördert werden. Dies könnte die Aufklärung
über die Gefährlichkeit von Drogenkonsum beinhalten sowie das
richtige Verhalten in Gewaltsituationen. Zudem sollten sich die LehrerInnen
mit auffälligen Kindern mehr auseinandersetzen und auch die Eltern
mit einbeziehen. Gegebenenfalls sollten Ordnungsstrafen verhängt
werden.
Hamburg sollte sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass der Verkauf
von gefährlichen Kampfmessern, die teils Kultstatus haben, nur in
bestimmten Geschäften möglich ist. Die Käufer sollten ein
Mindestalter erreicht haben und den Personalausweis vorlegen müssen.
Durch diese Maßnahmen wird die Gefährlichkeit dieser Waffen
verdeutlicht. Zudem soll es härtere Strafen auf das Mitführen
und den illegalen Besitz von diesen Waffen geben.
Zwischen dem Delikt und dem Justizverfahren darf die Zeitspanne nicht
mehr als drei Monate betragen, damit die StraftäterInnen sofort die
Strafe bekommen und die Folgen ihrer Tat schneller realisieren. Um dies
zu erzielen, muss die Verwaltung effizienter gestaltet werden, z.B. durch
die Ausstattung mit Computernetzwerken zwischen Polizei und Justiz. Hierdurch
wird ein besserer Informationsaustausch zwischen
Polizei, Staatsanwaltschaft und den Gerichten gewährleistet, der
auch finanziell vorteilhaft sein kann.
Polizei
Die Zahl
der im Streifendienst tätigen PolizeibeamtInnen muss vergrößert
werden. In der Öffentlichkeit müssen sowohl motorisierte Polizisten
als auch Fußstreifen stärker Präsenz zeigen. Dabei sollten
die BeamtInnen mit den BürgerInnen verstärkt in Kontakt treten,
so dass ein vertrauensbildender Dialog ermöglicht wird. Zusätzlich
wirkt eine solche Präsenz abschreckend auf potentielle TäterInnen.
Die Erhöhung der Polizeipräsenz kann durch folgende Maßnahmen
erreicht werden:
Die Zahl der in der Verwaltung eingesetzten Polizisten sollte auf ein
Minimum reduziert werden. Sie können teils durch Bürofachkräfte
ohne polizeiliche Ausbildung ersetzt werden.
Die Zuständigkeit
für die Bearbeitung kleiner Verkehrsdelikte (Strafzettel, Unfallaufnahme
bei Blechschäden) sollte aus dem Polizeibereich ausgegliedert und
auf einen besonderen Bereich übertragen werden, der keine polizeiliche
Ausbildung erfordert.
Die Arbeitszeiten
der Polizei müssen den Sicherheitsbedürfnissen stärker
angepasst werden.
Angesichts
der Gefahr, die von DrogendealerInnen für Jugendliche ausgeht sollen
ZivilfahnderInnen z.B. in der Nähe von Schulen oder an Drogenumschlagplätzen
eingesetzt werden und vehement gegen DealerInnen vorgehen.
Installation
von Überwachungskameras auf den Bereich Busse
und Bushaltestellen erweitern, da dort die Zahl der Straftaten gestiegen
ist.
Strafen
Bei der Bestrafung
krimineller Jugendlicher sollten drei Gruppen von TäterInnen unterschieden
werden:
ErsttäterInnen sollten gezwungen werden, für sie unangenehme,
gemeinnützige Dienste zu leisten (z.B. Graffiti entfernen, öffentliche
Einrichtungen säubern). Zusätzlich sollte eine bessere Zusammenarbeit
zwischen Eltern und Gericht durch Ermahnungsgespräche mit einem /
einer SozialarbeiterIn, dem / der zuständigen JustizbeamtIn sowie
den Eltern des Täter / der Täterin stattfinden.
MehrfachtäterInnen sollten zusätzlich zu den sozialen
Diensten gezwungen werden und über einen längeren Zeitraum mit
BetreuerInnen zusammenarbeiten. Diese BetreuerInnen sollten sich mit dem
Umfeld und der Familie des Täters / der Täterin auseinandersetzen
und dem/der StraftäterIn Normalität und Wege aus der Kriminalität
vermitteln.
IntensivtäterInnen sollten für einen längeren Zeitraum
aus ihrem bisherigen Umfeld isoliert und dabei intensiv psychologisch
betreut werden. Zudem sollten bei schweren Delikten Freiheitsstrafen (auf
Hahnöfersand) verhängt werden. Noch nicht strafmündige
Kinder sollten in geschlossenen Jugendwohnungen betreut werden. Während
der Freiheitsstrafe ist darauf hinzuwirken, dass die Jugendlichen auf
die Zeit nach der Strafe vorbereitet werden, in dem ihnen neben der Schulbildung
und Erziehungsprogrammen ein besonderes Konflikttraining zuteil wird.
Ziel dieser Maßnahmen soll es sein, dass die TäterInnen freiwillig
ihr früheres soziales Umfeld meiden. Als Hilfestellung sollte es
den TäterInnen erleichtert werden, in anderen Stadtteile
zu ziehen oder in anderen Städten Sozialwohnungen zu beziehen.
Sauberes
Hamburg
Rauchen
in der Öffentlichkeit
Wir fordern die Einrichtung von getrennten RaucherInnen- und NichtraucherInnenzonen
in Wartebereichen staatlich verwalteter Gebäude.
Begründung:
Die Schädlichkeit des Passivrauchens ist eindeutig bewiesen.
Für NichtraucherInnen ist es unzumutbar, unfreiwillig dem Rauch ausgesetzt
zu sein.
Wir fordern zeitgerechtere, zielorientierte Präventionskampagnen
in den Schulen und durch die Medien.
Begründung:
Die derzeitigen Kampagnen sind veraltet und sprechen besonders Jugendliche
nicht zeitgemäß an.
Wir fordern ein Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche unter 16 Jahren,
sowie eine verstärkte Personalausweiskontrolle beim Kauf. Langfristig
wäre eine Abschaffung der Zigarettenautomaten sinnvoll.
Begründung:
Der Zugang zu Tabakwaren sollte für Jugendliche unter 16 Jahren erschwert
werden.
Umweltverhalten
des Staates
Wir fordern Wasser sparende Toiletten und Hähne sowie Energiesparlampen
und Mülltrennung in allen öffentlichen Gebäuden.
Begründung:
Durch die gesparten Rohstoffe würden Kosten vermindert werden, außerdem
hätte es eine Vorbildfunktion für die Gesellschaft.
Graffiti
und Tags
Wir fordern die Beschichtung mit Lack resistenten Belägen an von
SprayerInnen beliebten Stellen (S-Bahnen, Bahnhöfe, Autobahnpfeiler...).
Begründung:
Die Reinigungskosten der beschichteten Wände sind geringer, da keine
teuren Lösungsmittel benötigt werden. Durch die verminderte
Haltbarkeit der Graffitis bzw. Tags verlieren die SprayerInnen auf Dauer
ihre Motivation. Außerdem gewinnt das Stadtbild durch saubere Wände
an Attraktivität.
Öffentlichkeitsarbeit
Wir fordern eine Gewährleistung dafür, dass die gesamte Hamburger
Bevölkerung von neuen Gesetzesbeschlüssen, Regierungshandlungen
und -Erfolgen informiert wird.
Begründung:
Gesetze können nur befolgt werden, wenn sie bekannt sind (Strafe
auf das Wegwerfen von Müll). Der Staat sollte eine Vorbildfunktion
gegenüber der Gesellschaft ausüben.
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