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Hamburg
als Wirtschaftsstandort
Status quo:
- Hamburg
bietet als Hafenstadt mit einem attraktiven Hinterland ideale Voraussetzungen
für Wirtschaft, Handel und Industrie. Im Bereich der Medien ist
Hamburg eine historisch erwachsene Kapazität.
- Hamburg
verfügt über eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur und
bietet damit gute Standortfaktoren.
- Die Kreditvergabe
ist durch staatliche Programme relativ einfach gestaltet, außerdem
gibt es Projekte zur Hilfe für UnternehmensgründerInnen, Mittelstand
und Unternehmen im Bereich Neue Medien.
- Unsere
Hansestadt verfügt mit ihren Grünflächen, Gewässern
und Einrichtungen über einen sehr
hohen Freizeitwert, der durchaus als Anreiz zur Plazierung eines Unternehmenssitzes
dient.
Der Wirtschaftsausschuß
fordert:
Wir
fordern eine Hafenerweiterung (vgl. entsprechender Unterausschuß),
um Hamburg als Hafenstadt im europäischen Vergleich weiterhin attraktiv
halten zu können. Weiter ist auch der Flughafen sowie dessen Verkehrsanbindung
von wirtschaftlicher Bedeutung.
Eine
verbesserte Dateninfrastruktur, eine Umgehungsautobahn (A20, westlich
von Lübeck mit Elbquerung) als Fortsetzung der Skandinavien-Anbindung
wie auch der Transrapid würden Hamburg als Standort noch attraktiver
machen und für das 21. Jahrhundert ausrichten. Allerdings erwarten
wir auch eine Stärkung des Stückguttransports mit der Bahn.
Die
Finanzierung von jungen Unternehmen und wirtschaftlichen Investitionen
sollte noch einfacher und unbürokratischer gestaltet werden. Hamburg
sollte sich bemühen, auch Zukunftsbranchen und Dienstleistungen stärker
als bisher anzuziehen.
Um
den Mangel an Gewerbeflächen zu beheben, fordern wir die Erschließung
von Gewerbeflächen und ein preiswertes Angebot von Grundstücken
durchschnittlicher Größe für kleine bis mittelständische
Unternehmen. Deren Vergabe sollte nicht allein durch Nachfrage geregelt
werden, sondern angebotsorientiert, zugleich wesentlich schneller, transparenter,
zweckorientierter und unbürokratischer. Direkte Einflußnahme
der politischen Gremien ist insofern überflüssig, als die Genehmigungen
bereits von den Behörden ausgestellt wurden.
Um
den Veränderungen der wirtschaftlichen Situation gerecht werden zu
können, fordern wir Anpassungen der Förderprogramme für
Unternehmensgründungen an die aktuelle wirtschaftliche Strömung,
insbesondere im Dienstleistungs-, Telekommunikations- und Mediensektor.
Die
Steuerbelastung in Hamburg ist höher als im Umland. Daher fordern
wir die Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes im Rahmen einer vertretbaren
Haushaltsplanung, um dadurch für Unternehmen Anreize zu schaffen,
sich in Hamburg niederzulassen.
Hafenpolitik
Um
dem Platzmangel im Hamburger Hafen beizukommen, fordert der Wirtschaftsausschuß
eine verstärkte Umrüstung von Stückgut auf Containerterminals
und eine effizientere Nutzung der Gebiete Altenwerder und Moorburg. Wir
fordern eine verstärkte Kooperation der Bundesländer Schleswig-Holstein,
Niedersachsen und Hamburg zur Ermöglichung einer Expansion des Hafens.
Der Wirtschaftsausschuß
fordert statt des Ausbaus des Elbtunnels den Bau einer Umgehungsautobahn,
der A20 westlich von Lübeck oder eines Rings nach "Berliner"
Vorbild. Bessere Anfahrtsmöglichkeiten von PendlerInnen durch Ausbau
der öffentlichen Verkehrsmittel. Verstärkte Nutzung der Schiene
für den Handel für den Fernverkehr, z. B. mit Skandinavien,
ohne Bezug auf Hamburg, z. B. durch den Ausbau der EVZ oder die Einrichtung
einer Rollenden Landstraße über die Elbbrücken.
Außerdem
befürwortet der Ausschuß die Vertiefung der Elbe auf 12,8 m
(tideunabhängig). Wir befürworten die Ausweitung des DASA-Geländes
und die damit verbundene Zuschüttung von Teilen des Mühlenberger
Lochs zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Hierbei begrüßen
wir die Schaffung von Ausgleichsflächen und
die Anwendung von umweltfreundlichen Methoden.
Verkehrs-
und Straßenplanung, autofreie Innenstadt
Straßenbauarbeiten
Durch
die scheinbar mangelhafte Koordination von Straßenarbeiten auf Nebenstrecken
kommt es zur offensichtlichen Verschwendung von öffentlichen Mitteln
und häufig zu Verkehrsproblemen bis hin zu Staus. Daher appellieren
wir an die dafür zuständigen Bezirksämter, diese Arbeiten
besser zu koordinieren, indem etwa verschiedene Instandsetzungsmaßnahmen
zeitlich vorausgeplant und dann kombiniert werden, ohne daß dabei
die wirtschaftlichen Aspekte unberücksichtigt bleiben.
Grünanlagen
Wir
fordern die Einbeziehung vorhandener Grünanlagen in die Straßenplanung
und die Auflockerung des Stadtbildes durch weitere Anpflanzungen. Dadurch
würde sowohl ein ökologisches als auch attraktives Stadtbild
gefördert werden.
Fahrradwege
Wir
unterstützen die Planung zu einem weitverzweigten Veloroutennetz,
trotz des hohen Kostenfaktors, um die Attraktivität des Radfahrens
zu steigern und die Gefahren zu minimieren. Dabei sollte die Planung sinnvoller
gestaltet werden.
Straßenbahn
Wir
befürworten eine Straßenbahn in Hamburg, die sich vorerst auf
der jetzigen Linie des Großraumbusses 102 bewegen soll, sich jedoch
dann auf den Großraum der Stadt ausweiten wird. Zudem sollten gleich
der Elb- und der Flughafen an diese Erweiterung des HVV-Netzes angebunden
werden. Eine Straßenbahn hat die doppelte Passagierkapazität
eines Großraumbusses, aber trotz dessen dürfen keine Arbeitsplätze
gestrichen werden. Wir würden es begrüßen, wäre es
möglich, jene Gefährte mit dem "grünen Strom"
zu betreiben.
Autofreie
Innenstadt
Wir
unterstützen eine Ausdehnung der FußgängerInnenzone auf
den Neuen Wall und die Großen Bleichen. Hierfür spricht, daß
die Straßen ruhiger und fußgängerInnenfreundlicher werden.
Dadurch entsteht vom Gänsemarkt bis zum Hauptbahnhof eine durchgehende
FußgängerInnenzone.
Verkehrsberuhigte
Zonen
Wir
fordern die verstärkte Einführung von Bodenwellen in den Tempo-30-Zonen,
um die AutofahrerInnen bei Tempo 30 km/h zu halten und sie zu größerer
Aufmerksamkeit zu verleiten.
Lärmschutzmaßnahmen/"Deckel"
In
Bezug auf den Lärmschutz begrüßen wir die Überdachung
der A7 sowie die Überdachung der U 3, die in Richtung Billstedt eingesetzt
wird. Wir denken, es ist sinnvoll, das neu entstandene
Bauland im ausgeglichenen Verhältnis von Büro- und Wohnungsbau
zu nutzen.
HVV attraktiver
für Jugendliche
Wir erkennen
an, daß sich die Sicherheit und Sauberkeit des HVV verbessert hat.
Trotzdem bemängeln wir, daß keine ganzheitliche Qualität
geboten wird. Fast alle Erneuerungen finden nur im Bereich der U-Bahn
statt. Dabei kommt die S-Bahn leider etwas zu kurz.
Viele der
NutzerInnen sind mit dem momentanen Service zufrieden, jedoch scheint
Service seinen Preis zu haben, da Hamburg einen sehr hohen Fahrpreis hat.
Jugendliche bilden einen sehr großen Teil der NutzerInnen, da sie
auf den HVV angewiesen sind. Deshalb sollte der HVV noch attraktiver für
Jugendliche gestaltet werden. Über die Zeitkarten hinaus sollte der
HVV spezielle Angebote für Jugendliche bieten, wie z. B. ein sogenanntes
Partyticket. Wir stellen uns das "Partyticket" folgendermaßen
vor:
- Alle Verkehrsmittel
des HVV sollten ohne Zuschlag nutzbar sein (U-/S-Bahn, Nachtbus usw.).
- Das Ticket
sollte entweder in der Nacht von Freitag auf Samstag oder in der Nacht
von Samstag auf Sonntag bzw. in der Nacht auf einen Feiertag gelten.
- Wir stellen
uns als Zeitbegrenzung den Zeitrahmen von 20 Uhr des ersten Tages bis
10 Uhr des folgenden Morgens vor.
- Sowohl
Einzel- als auch Gruppenkarten sind denkbar.
Für
ein solches "Partyticket" spricht, daß die momentanen
Kosten, die auf einen Jugendlichen zukommen, wenn er am Wochenende mit
dem HVV zu einer oder vor allem zu mehreren Veranstaltungen möchte,
relativ hoch sind. Mit einem günstigeren Angebot hoffen wir, daß
mehr Jugendliche den öffentlichen Nahverkehr nutzen, anstatt mit
Pkws zu einer Veranstaltung zu fahren.
Vielleicht
könnte so auch das Problem "Alkohol am Steuer" verringert
werden.
Über diesen Vorschlag hinaus würden wir es für gut befinden,
daß der HVV seine Nachtaktivität weiter intensiviert. Deshalb
fordern wir, daß der HVV prüft, ob es sinnvoll ist, an Wochenenden
den Bahnverkehr auf ausgewählten Strecken auch nachts durchgehend
weiterzuführen. Die Fahrintervalle sind noch durchzuplanen. Über
eine Umsetzung wäre mit allen Beteiligten zu diskutieren.
Ebenso wäre es wünschenswert, wenn das Nachtbusnetz ausgeweitet
und durch Direktverbindungen auf Langstrecken ergänzt werden würde.
Als Beispiel sei hier auf die bereits realisierte zusätzliche Verbindung
vom Rathausmarkt zum Harburger Ring hingewiesen.
Das momentane Verkehrsnetz darf nicht unter eventuellen Neuerungen leiden,
sondern sollte ergänzt werden.
Das Thema, das nicht nur Jugendliche betrifft, ist die Mitnahme von Fahrrädern
in Bahnen und Bussen. Bei diesem Thema sind Innovationen gefragt. Die
momentanen Sperrzeiten sind dabei nicht die richtige Lösung. Die
Sperrzeiten sind nach unserer Meinung aufzuheben, die einzelnen Begebenheiten
sind auf Kulanzbasis zu regeln.
Auch sind wir daran interessiert, daß dem "Schwarzfahren"
entgegengewirkt wird, da dieses auch ein Kostenfaktor ist, der sich auf
alle auswirkt. Aus eigener Erfahrung wissen wir, daß Kontrollen
zu selten durchgeführt werden. Mehr Kontrollen wären sinnvoll,
denn stichweise Kontrollen schrecken SchwarzfahrerInnen ab.
Uns ist bekannt,
daß die Bürgerschaft keinen direkten Einfluß auf unsere
Forderungen hat, doch erwarten wir, daß man uns in
einen zu beginnenden Dialog einbindet, sich für unsere Forderungen
einsetzt.
Belebung
der Innenstadt
- Längere
Öffnungszeiten würden sich nicht nur positiv auf das Stadtbild
Hamburgs ausüben, sondern auch die Innenstadt als Einkaufszentrum
attraktiver machen. Dadurch wird erreicht, daß es zu einem belebteren
Stadtbild führen wird.
- In Deutschland
sind die Ladenöffnungszeiten immer noch zu knapp bemessen. Es ist
nicht ersichtlich, warum die Öffnungszeiten in Deutschland noch
zur Debatte stehen, wenn im Sinne der europäischen Einheit in anderen
Ländern der verlängerte Ladenschluß erfolgreich praktiziert
wird.
- Da Hamburg
als "das Tor zur Welt" gilt, ist es als Wirtschaftsstandort
nicht nur für Handelsbetriebe, sondern auch für die Tourismusbranche
interessant. Jedoch mangelt es unserer Meinung nach an Dienstleistungen
im Einzelhandel, einer Ausdehnung des Servicebereichs. Gerade TouristInnen
werden das Angebot des verlängerten Ladenschlusses nutzen, da sie
nur kurz in der Stadt sind. Dadurch läßt sich auch der Gesamtumsatz
steigern.
- Nach 20
Uhr haben nur noch Tankstellen und die Wandelhalle des Hauptbahnhofs
geöffnet. Wenn man hier einkauft, muß man höhere Preise
in Kauf nehmen. Dennoch ist der Andrang relativ hoch. Dies zeigt, daß
der Bedarf an verlängerten Öffnungszeiten besteht.
- Auch soziale
Aspekte sprechen für eine Verlängerung der Öffnungszeiten.
Es entstehen dementsprechend Möglichkeiten, die Einkäufe flexibler
zu gestalten. Berufstätige würden so nicht in Bedrängnis
geraten, ständig bei Besorgungen gezwungen zu sein, auf die Uhr
zu sehen. Es entstehen neue Arbeitsplätze, auch für StudentInnen
und SchülerInnen, im Dienstleistungsbereich.
- Durch
die verlängerten Öffnungszeiten wird auch die Innenstadt belebter
werden, denn nur hier befindet sich ein breitgefächertes Spektrum
von Geschäften.
Wir sind
für eine weitere, schrittweise Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.
Den einzelnen GeschäftsführerInnen sollte die Freiheit gegeben
werden, ihre Öffnungszeiten weitgehend selbst zu bestimmen. Dies
würde sich nicht grundsätzlich zum Nachteil der kleineren Läden
auswirken, da diese einen höheren und besonders gezielteren Anteil
an Service und Beratung bieten als ein Großmarkt. Deshalb sind wir
der Meinung, daß kleine Märkte wirtschaftlich nicht zwangsläufig
benachteiligt werden, da sie durch den größeren Service- und
Beratungssektor eine andere Gruppe ansprechen als z. B. eine große
Kette.
Des weiteren wird den großen Läden, die ihre Filialen z. B.
in der City haben, dadurch eine größere Zielgruppe gegeben.
Dies hätte ebenfalls eine Belebung der City zur Folge und damit in
der Konsequenz eine Belebung der Gastronomie und des Tourismus.
Die Öffnungszeiten sollten deshalb von Montag bis Freitag bis 24
Uhr und Samstag bis 20 Uhr ausgebaut werden. So können die Geschäfte
ihre Öffnungszeit ggf. aufteilen und ihrer Klientel anpassen. Es
wird dadurch gewährleistet, daß Geschäfte ihre Öffnungszeiten
nach der Nachfrage regeln.
Eine Sonntagsöffnung lehnen wir dagegen ab. Der Sonntag steht unter
dem besonderen Schutz des Grundgesetzes.
Wir fordern eine einstweilige Lockerung des Ladenschlußgesetzes
um vier Stunden, also werktags bis 24 Uhr und samstags bis 20 Uhr. Dies
sehen wir als mögliche Übergangslösung bis zu einer völligen
Aufhebung des Ladenschlußgesetzes.
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