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Resolutionen von JiP 1999
Schule
Niveausicherung
Schulzeitverkürzung
Modernisierung der Schule

Resolutionen
von JiP 1999

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Die Ziele der Schule definieren wir folgendermaßen:

  • In den unteren Klassen sowohl bildende als auch erzieherische Funktionen,
  • Vermittlung von Grundfertigkeiten,
  • Vorbereitung auf das gesellschaftliche, berufliche und politische Leben.

Niveausicherung

LehrerInnenfortbildung

Eine Fortbildungspflicht für LehrerInnen ist notwendig, um qualitativ hochwertigen und zeitgemäßen Unterricht zu gewährleisten.

Wir stellen fest:
Trotz bestehender Fortbildungspflicht wird dieser nicht in ausreichendem Maße nachgekommen.
Die Qualität der Fortbildungen wird in Frage gestellt.
Es gibt Defizite in der Fortbildung, in Unterrichtsmethodik und EDV-Kenntnissen.

Deshalb fordern wir:
Wir verlangen die Durchsetzung einer Fortbildungspflicht für LehrerInnen.
In diesem Rahmen halten wir eine qualitativ hochwertige, praxisorientierte Fortbildung oder ein gleichwertiges Praktikum in einem Betrieb pro Jahr für notwendig.
Besondere Schwerpunkte sollten dabei neben fachbezogenem Wissen auch auf der Vermittlung von Unterrichtsmethodik und EDV-Kenntnissen liegen.
Falls der Fortbildungspflicht durch die einzelnen LehrerInnen nicht nachgekommen wird, sind von der Schulleitung entsprechende disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen.
In diesem Zusammenhang halten wir es für sinnvoll, für bestehende Angebote der Handelskammer, des IfL und anderer Institutionen mehr unter der LehrerInnenschaft zu werben.

Evaluation von Unterricht

Wir stellen fest:
Es gibt laufende Projekte zur Evaluation von Unterricht.
Die Evaluation von Unterricht wird bisher nur sporadisch durchgeführt.
Die Evaluation ist geeignet und notwendig, um Mißstände im Unterricht aufzudecken.
Die Verwendung von Feedback-Methoden ist geeignet, um Unterricht zu bewerten.
Die Einbindung von SchülerInnen durch Feedbacks motiviert diese, den Unterricht aktiv mitzugestalten.

Deshalb fordern wir:
Wir verlangen die Etablierung einer Feedback-Kultur in den Hamburger Schulen ab der vierten Klasse, um Kurs- und LehrerInnenleistung evaluieren zu können.
Dazu müssen auf Altersstufen optimierte, landesweit standardisierte Feedback-Bögen erstellt werden.
Sinnvoll erscheint uns weiterhin, während des Kurses mindestens zwei Feedbacks durchzuführen. Das erste Feedback zu Anfang des Halbjahres, um die Erwartungshaltung der SchülerInnen festzustellen, das zweite gegen Ende des Halbjahres, um die letztlich erreichten Ergebnisse zu evaluieren.
Das Feedback ist während der Unterrichtszeit anonym und schriftlich durchzuführen.
Die Auswertung findet gemeinsam durch freiwillige SchülerInnen und die/den KurslehrerIn statt.
Die komprimierten Ergebnisse werden der Schulleitung übergeben und sind auf Anfrage von SchülerInnen oder LehrerInnen schulintern einzusehen.

Eignungstest

Wir stellen fest:
Es besteht eine Geringschätzung gegenüber den AbsolventInnen der Haupt- und Realschulen. Aufgrund dieserTatsache begeben sich unverhältnismäßig viele SchülerInnen auf die Hamburger Gymnasien.
Es entsteht ein Werteverfall des Abiturs.

Wir fordern:
Um eine qualitative Aufwertung der drei Schulabschlüsse zu erreichen, ist eine Änderung dieser Situation notwendig.
Im Hinblick auf dieses Ziel muß eine Teilnahme an einem Eignungstest nach der vierten Klasse verbindlich werden. Jedoch besitzt der Eignungstest keinen weisenden, sondern empfehlenden Charakter. Die Eltern könnten somit im Zusammenwirken mit der Abschlußbeurteilung des Klassenlehrers/der Klassenlehrerin zu einer leichter zu treffenden Entscheidung gelangen, auf welche Schulform sie ihr Kind bzw. ihre Kinder schicken werden.
Die Durchführung des Eignungstestes darf nicht durch schulinterne, sondern durch externe psychologische Fachkräfte abgenommen werden.
Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt anonym und wird nur dem/der TeilnehmerIn und seinen/ihren Erziehungsberechtigten mitgeteilt.

Lernmittelfreiheit

Wir stellen fest:
Die von den Schulen kostenlos zur Verfügung gestellten Lernmittel sind meist:

in nicht ausreichender Zahl vorhanden,
veraltet,
beschädigt.

Wir fordern:
Deswegen verlangen wir die Etablierung eines Gebrauchthandels von Lernmitteln.
Dazu kauft die Schule die Materialien und verkauft diese zu einem Festpreis an die SchülerInnen. Am Ende der Nutzungszeit kauft die Schule die Lernmittel zu einem Preis je nach Zustand zurück und verkauft sie wieder an die nächste Generation. Damit ist gewährleistet, daß die SchülerInnen sorgsam mit den Lernmitteln umgehen.
Einkommensschwache Familien sollen durch Zuschüsse finanziell entlastet werden.

Verkürzung der Schulzeit an Gymnasien

Wir stellen fest:
Deutsche AbiturientInnen sind laut ExpertInnen im europäischen Wettbewerb benachteiligt, da sie im europäischen Vergleich im Schnitt ein Jahr älter sind.
Die Sparpolitik der Stadt Hamburg im Bereich Bildung führt zu Mangel an Lehrmitteln und -körpern, überfüllten Kursen, Unterrichtsausfall und eingeschränktem Kursangebot. Durch Verkürzung der gymnasialen Oberstufe könnten diese Mängel durch das eingesparte Geld gemindert werden.
Einige Bundesländer dienen als Beispiel für das Gelingen des Systems der verkürzten Schulzeit und den problemlosen Übergang ins Hochschulstudium.
Viele SchülerInnen und LehrerInnen empfinden das elfte Schuljahr als entbehrlich.
Die Integration von RealschülerInnen ins Gymnasium wäre auch bei Verkürzung der Schulzeit durch Modellschulen mit Wahlmöglichkeit gesichert.

Deshalb fordern wir:
Eine gezielte Vorbereitung für eine Schulzeitverkürzung auf zwölf Jahre bei Erhaltung der zweijährigen Studienstufe.
Zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Einrichtung einiger Hamburger Modellschulen mit Abitur nach zwölf Jahren bzw. mit Wahlmöglichkeit, das Abitur nach zwölf oder 13 Jahren zu absolvieren.
Eine Umstrukturierung und Straffung der Lehrpläne nach Vorbild der Bundesländer, in denen das Abitur nach zwölf Schuljahren absolviert wird.
Die Verkürzung sollte haushaltsneutral sein und die eingesparten Gelder einer Förderung des verkürzten Bildungsweges zugute kommen.
Die Einrichtung von Ergänzungskursen in der zehnten Klasse zur Orientierung für die Leistungskurswahl.

Modernisierung der Schule

Die Schule hat durch das neue Schulgesetz mehr finanzielle Autonomie bekommen. Es mangelt jedoch an Kompetenz, um diese Mittel zu verwalten. Wir fordern daher eineN SchulmanagerIn, der/die über die nötige Kompetenz verfügt, diese Mittel zu verwalten. Dies sollte entweder einE schulinterneR entsprechend fortgebildeteR LehrerIn oder einE externeR BetriebswirtIn, der/die für mehrere Schulen eines Bezirks verantwortlich ist, sein.

Wir fordern, daß das Fach "Deutsch für AusländerInnen" an jeder Hamburger Grundschule von der ersten Klasse an unterrichtet wird, da sonst eine Integration der ausländischen Kinder kaum möglich ist.
Wir fordern eine praxisorientierte Berufs- und Ausbildungsvorbereitung, die je nach Schulform zwei Jahre vor erwartetem Schulabschluß als Unterrichtsfach in den Lehrplan aufgenommen wird.
Wir fordern die verbindliche Durchführung von mindestens einer Woche zusammenhängendem Projektunterricht mit Lernziel pro Jahr (z. B. Planspiele, fächerübergreifende Projekte, Berufsorientierung usw.).
Wir fordern die Einführung von Basisunterricht am Computer, der Internetnutzung,Textverarbeitung und Zehn-Finger-Schreiben vermittelt.
Wir fordern die Einrichtung eines öffentlichen Internetraumes an Schulen, eventuell im Zusammenschluß mit anderen Organisationen des Bezirks.
Wir fordern eine zeitliche Angleichung der beiden Halbjahre zwecks weniger Klausurenstreß.
Wir fordern eine Neuordnung der Fächer in Form von fächerübergreifendem Unterricht bei sich überschneidenden oder ergänzenden Aufgabenfeldern.
Wir fordern eine Neuorientierung von Fächern (Religionswissenschaften, Berufsorientierung, Medienwissenschaften).
Wir fordern mehr finanzielle oder zeitliche Begünstigungen, um LehrerInnen zu motivieren, außerunterrichtliche Projekte durchzuführen, z. B. Arbeitsgemeinschaften oder Theaterbesuche.



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