|
"Drogenpolitik
sollte generell als Krankheit angesehen und behandelt werden."
Suchtprävention
Wir wollen
eine Suchtprävention, die das Leben junger Menschen nicht nur am
Rande tangiert. Leider steht momentan die Symptombekämpfung im Vordergrund.
Deshalb fordern wir:
mehr Aufklärungsarbeit in den primären Sozialisationsagenten,
durch z. B. kontinuierliche Projekte, Fachkräfte oder auch Pflichtveranstaltungen.
mehr Mittel zur Förderung der Tätigkeiten des "Büros
für Suchtprävention", da dort zur Zeit ein beträchtlicher
Mangel besteht. Auf lange Sicht könnten die Mittel z. B. durch Umschichtung
aus dem Bereich der Symptombekämpfung stammen.
Nur
durch Prävention kann man die Symptome auf Dauer eindämmen.
Abgabe
harter Drogen und Integration Suchtkranker
Wir fordern die beaufsichtigte, kontrollierte Abgabe harter Drogen an
alle Süchtigen, um den Beschaffungsdruck und die Beschaffungskriminalität
zu mindern. Diese Abgabe muß von befugten, qualifizierten Personen
unter strenger Aufsicht, möglichst auch in Verbindung mit einer Therapie,
erfolgen. Jene sollte nicht auf bestimmte Gruppen beschränkt sein,
sondern auch Jugendlichen offenstehen.
Es muß die Möglichkeit einer Therapie durch Akupunktur, zusätzlich
zum Methadon?Programm, geboten werden. Zunächst sollte dies getestet
und später durch ausgebildete befugte Personen und unter ärztlicher
Aufsicht fortgeführt werden.
Weiterhin fordern wir spezielle Programme für drogenabhängige
Jugendliche, z. B. Treffen mit nicht abhängigen Jugendlichen, damit
den Abhängigen die Möglichkeit geboten wird, aus ihrem Umfeld
rauszukommen; dieses Angebot sollte jedoch freiwillig sein.
Wir fordern drogenfreie Übernachtungsmöglichkeiten für
AussteigerInnen, um die Integration zu fördern. Folglich dürfen
in diesen Einrichtungen keine Drogen konsumiert werden, da dies einen
eventuellen Rückfall fördern würde. Um das zu garantieren,
muß befugtes Personal zur Verfügung stehen und bei Vergehen
müssen Konsequenzen erfolgen, wie z. B. eine zeitlich begrenzte Verweisung.
Wir fordern eine zweckorientierte Beschäftigung, um eine Integration
in die Gesellschaft speziell im Hinblick auf einen Arbeitsplatz zu fördern.
Allgemein müßte mehr Hilfe bei der Integration geleistet werden,
da durch Perspektivlosigkeit die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalles
gefördert wird.
Familien müssen unterstützt werden, denn sie sind für viele
Drogenabhängige die vertrautesten Personen und sind somit gute AnsprechpartnerInnen.
Wenn die Familienmitglieder mit dem Problem vertraut
sind, können sie bei einer Therapie oder der Integration mitwirken.
Legalisierung
von Cannabis
Die derzeitige
Gesetzeslage stellt KonsumentInnen vor die Wahl, sich entweder gesundheitsschädlich
und legal zu berauschen (Alkohol) oder dies illegal und unschädlicher
(Cannabis) zu tun. Dieser Zustand ist untragbar, deshalb fordern wir:
die Legalisierung von Cannabis.
den Verkauf von Cannabis in Apotheken ab 16 Jahren, da Jugendliche ab
diesem Alter Zugang zu niedrigprozentigem Alkohol haben, der körperlich
abhängig macht, ihnen jedoch der Zugang zu dem nicht körperlich
abhängig machenden Cannabis verwehrt wird. Durch diese Maßnahmen
würde eine klare Trennung von harten und weichen Drogen entstehen,
wobei der/die CannabiskonsumentIn nicht mehr mit der "Hartdrogenszene"
in Berührung kommen würde. Somit würde die Anzahl der UmsteigerInnen
von Cannabis auf harte Drogen drastisch reduziert werden. Außerdem
erwarten wir den positiven Effekt, daß der illegale Cannabishandel
auf den Straßen zurückgeht. In den Abgabestellen könnten
die KonsumentInnen reines, und nicht von den Straßendealern gestrecktes,
Cannabis erwerben. Des weiteren wäre ein staatlich kontrollierter
Handel mit Cannabis eine Geldquelle für den Staat, da das Cannabis
von der Umsatzsteuer erfaßt werden würde.
Man könnte
die oben genannten Projekte mit Hilfe einer Erhöhung der Alkohol-Steuer
und Einführung einer Cannabis-Steuer finanzieren.
|