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Alternative
Verkehrsmittel
Dieser Ausschuß
fordert, daß die Attraktivität des ÖPNV und des Fahrradverkehrs
konsequent gegenüber dem motorisierten Individualverkehr verbessert
werden muß. Daher sollte das ÖPNV-Netz ausgebaut werden besonders
auf den Strecken, auf denen BerufspendlerInnen verkehren. So könnten
z. B. Gewerbegebiete durch Eilbusse an das Schnellbahnnetz effektiv angebunden
werden. Auch Gemeinschaftstarife des HVV und der DB könnten vorteilhaft
für PendlerInnen aus dem weiteren Hamburger Umland sein und die Benutzung
von Autos zum Personentransport verringern.
Zudem würde
eine Ringverbindung, die quer zu den bestehenden Schnellbahnstrecken verläuft,
die Verbindung zwischen verschiedenen Teilen der Stadt und des Umlandes
verbessern. Diese könnte mit einer hohen Anzahl von Eilbussen hergestellt
werden oder auch mit Hilfe einer Straßenbahn, die gleichzeitig eine
Verbindung zum Flughafen schaffen könnte.
Wir schlagen
auch vor, die Schnellbahnen spät abends weniger häufig, dafür
aber länger einzusetzen. Außerdem sollten die Mitnahmemöglichkeiten
für Fahrräder in den Schnellbahnen verbessert werden, z. B.
durch mehr Platz für Fahrräder in den Bahnen und durch Abschaffung
der Sperrzeiten.
Ein solcher
Ausbau wäre auch durch eine Verteuerung des motorisierten Individualverkehrs,
z. B. durch eine Erhöhung der Mineralölsteuer, für die
sich Hamburg auf Bundesebene einsetzen sollte, zu finanzieren. Ebenfalls
verbessern niedrige Preise des ÖPNV und höhere Kosten im motorisierten
Individualverkehr die Attraktivität des Ersteren.
Auch der
Fahrradverkehr muß gestärkt werden. Ganz besonders der schlechte
Zustand vieler Fahrradwege ist kontraproduktiv. Hier sind dringend Verbesserungen
nötig, bei denen auch die Bezirksämter gefordert sind.
Die Schaffung
von Tempo 30-Zonen ist in Hamburg glücklicherweise sehr weit fortgeschritten,
obwohl in Einzelfällen durchaus noch Bedarf nach weiteren Zonen besteht.
Weiterhin
fordern wir mehr Mittel für die Verbreitung von Informationen über
ÖPNV-Angebote und deren Vorteile, anstatt
durch weitgehende Zwangsmaßnahmen die Menschen zur Nutzung des ÖPNV
zu bewegen.
Hafencity
Geleitet
von dem bisherigen Planungsstand des Projektes Hafencity stellen wir folgende
Forderungen:
Mindestens 70 Prozent der zu bebauenden Flächen sollen als Wohnraum
ausgewiesen werden. Damit wird erreicht, daß attraktive Wohnflächen
im citynahen Bereich entstehen und der "Schwerpunkt Mensch"
wieder in den Vordergrund rückt.
Die restliche Nutzfläche soll zu einem möglichst geringen Prozentsatz
als Büroflächen genutzt werden. Dadurch wird sichergestellt,
daß keine überflüssigen Büroflächen leerstehen
und die wenigen zur Verfügung stehenden Büroflächen attraktiver
erscheinen. Anhand des dadurch entstehenden höheren Preisniveaus
ist die Finanzierung durch PrivatinvestorInnen gesicherter als durch Preisdumping
bei Überangebot.
Die zu vergebende Wohnfläche soll unter folgenden Gesichtspunkten
verteilt werden:
- keine
Ballung bzw. Strukturierung nach Gebieten
- direkte
Mischung von Büro- und Wohnfläche
- Integration
von sozialen Wohnprojekten
- Diversifizierung
im Angebot der Wohnungsgrößen.
Somit soll
eine lebendige Wohnkultur und soziale Integration ermöglicht werden.
Ghettoisierung und Anwohnerlobbyismus soll vermieden werden.
Die bis zu drei bei dem Architektenwettbewerb von der Jury favorisierten
Konzepte, die den Rahmenbedingungen entsprechen müssen, sollen den
BürgerInnen Hamburgs zur Abstimmung vorgelegt werden. Führt
diese Abstimmung zu keinem eindeutigen Ergebnis, so hat die Bürgerschaft
abzustimmen. So ist gewährleistet, daß jede/r HamburgerIn sich
mit ihrem/seinem neuen Stadtteil identifiziert und aktiv an der Gestaltung
ihrer/seiner Stadt teilnimmt.
Von der Gesamtfläche der Hafencity sollen auf mindestens 10 Prozent
integrierte Grünflächen eingerichtet werden. Nur ein Gebiet,
welches ausreichende Naherholungsflächen bietet, wird sich langfristig
als attraktives Wohngebiet behaupten.
Wir sprechen uns für eine abwechslungsreiche Mischbauweise aus. Unterschiedliche
Architektur verhindert den Ausschluß der Speicherstadt aus dem Gesamtbild
und fördert ein lebendiges Stadtbild.
Es ist empfehlenswert, kulturelle und gastronomische (gesellschaftliche)
Einrichtungen zu fördern bzw. zu bezuschussen. Dieses schafft Arbeitsplätze
im Viertel und fördert zusätzlich die Lebendigkeit des Stadtteils.
Auch nachts muß Hafencity mit ÖPNV gut zu erreichen sein.
Wir fordern, daß bei der Bebauung von dem Gebiet Hafencity ökologische
Bauweisen angewandt werden. Wir verweisen hierzu auf unseren Unterausschuß
"Ökologische Stadtplanung".
Wir sprechen uns weiterhin dafür aus, daß kein "künstliches
Zentrum" entsteht, wodurch peripherere Gebiete veröden. Statt
dessen müssen kulturelle und gastronomische (gesellschaftliche) Angebote
über das gesamte Viertel verstreut werden. Somit wird erreicht, daß
die gesamte Hafencity durchgehend belebt und attraktiv ist und keine benachteiligten
Bezirke entstehen.
Diese Maßnahmen fördern unter anderem den Tourismus und die
Attraktivität des Standortes Hamburg.
Flughafenanbindung
Die Arbeitsgruppe
"Flughafenanbindung" des Ausschusses "Stadtplanung und
Verkehr" hat sich mit der Anbindung des Flughafens Fuhlsbüttel
durch den ÖPNV beschäftigt. Ausgangslage sind die steigenden
Passagierzahlen und die wachsende Bedeutung des Flugverkehrs für
den Großraum Hamburg.
Die finanziellen Mittel zum Bau der bereits angenommenen und vollständig
geplanten Schienenanbindung an den Flughafen Fuhlsbüttel müssen
umgehend bewilligt werden, da der momentane Zustand der Flughafenanbindung
bei steigendem Passagieraufkommen unzureichend, passagierunfreundlich
und daher für die Zukunft des Flughafenstandorts inakzeptabel ist.
- Unkalkulierbarkeit
der An- und Abfahrtsdauer
- KundInnenunfreundlichkeit
aufgrund fehlender moderner Direktverbindung.
Dies führt
zu Imageschädigung und der Gefahr der KundInnenabwanderung zu anderen
gesamtdeutschen Flughäfen.
Die Folgen
sind wettbewerbsschädigende und gravierende finanzielle Verluste
für die Flughafen Hamburg GmbH.
Bis zur Fertigstellung einer Anbindung an das Schienennetz zum Flughafen
Fuhlsbüttel fordern wir eine Verbesserung der bestehenden Anbindungen
durch den ÖPNV und Schaffung separater Busspuren zum Flughafen Hamburg.
Diese sind:
- vermehrter
Einsatz von kundenfreundlichen Niederflurbussen mit höherem Gepäckvolumen,
- Einrichtung
von neuen Airport-Expreß-Linien von verschiedenen, modernen, behindertengerechten
und zugleich citynahen Haltestellen.
Abschließend
ist zu sagen, daß eine Schienenverbindung zum Flughafen unabdingbar
ist.
Dadurch wird
unter anderem auch eine Verkehrsberuhigung auf den Zufahrtsstraßen
erfolgen, da von einer durchschnittlichen Nutzung einer Schienenbahn um
25 bis 30 Prozent der Fluggäste und Beschäftigten
des Flughafens ausgegangen wird.
Ökologische
Stadtplanung
Unserer Meinung
nach sind zu wenig ökologische (bauliche und landschaftliche) Aspekte
im heutigen Stadtbild vertreten. In Anbetracht der Tatsache der immer
stärkeren Umweltbelastungen fordern wir folgende Maßnahmen,
die Mensch und Natur entlasten:
Selbstverpflichtung, Knicks und Grünflächen in jeden Bebauungsplan
einzubringen.
Verpflichtung des Ausbaus des Fernwärmenetzes für ganz Hamburg
(Dezentralisierung durch Blockheizkraftwerke) und Förderung von alternativen
Energien.
Großflächiger Einsatz von Brauchwasserkollektoren.
Selbstverpflichtung Hamburgs zur Einsetzung von ökologischen Dämmaterialien
in städtischen Bauten (z. B. Sozialwohnungen) als Vorbildfunktion.
Förderung von Niedrigenergie-Häusern durch niedrig bezinste
Darlehen der Stadt.
Da zwei Drittel der Wärme Hamburgs durch schlechte Isolierung verlorengehen,
fordern wir ein Gesetz zum Einbau ökologischer Dämmaterialien
bis zum Jahr 2015 in allen Gebäuden.
Oftmals wird eine ökologische Bauweise dadurch verhindert, daß
sie nicht in das allgemeine Stadtbild paßt, deshalb fordern wir,
daß das Ökologische den ästhetischen Aspekten vorgezogen
wird.
Wir fordern eine getrennte Subventionierung, die
- den/die
HerstellerIn von ökologischen Baumaterialien und Technologien unterstützt
und
- den/die
KonsumentIn ebenfalls fördert, um ökologisches Bauen attraktiver
zu machen.
Die Öffentlichkeitsarbeit zum ökologischen Bauen bedarf wesentlicher
Intensivierung und Verbesserung.
Wir fordern die Herabsetzung der Autostellflächen, außerdem
unterstützen wir die Abschaffung von Ausgleichszahlungen beim Ausbau
von Häusern für das Nichtvorhandensein von Stellflächen.
Wir unterstützen die Annäherung an das japanische Modell, wobei
AutobesitzerInnen, die ihre Pkws auf öffentlichen Straßen parken,
Ausgleichszahlungen an die Stadt leisten, mit denen öffentliche Verkehrsmittel
gefördert werden sollen. Wir sind der Meinung, daß durch diese
Maßnahmen der Umstieg der BürgerInnen auf öffentliche
Verkehrsmittel mit vorangetrieben werden kann.
Resolution
des Gesamtausschusses
Die Bürgerschaft
der Freien und Hansestadt Hamburg möge beschließen:
Die Veranstaltung
"Jugend im Parlament" soll künftig auf fünf Werktage
(Montag bis Freitag) ausgedehnt werden. Um den Zeitdruck zu verringern
und dadurch die Arbeit effektiver und intensiver zu gestalten, ist ein
zusätzlicher Arbeitstag nötig.
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