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Resolutionen von JiP 1998
Jugendkriminalität
Präventive Maßnahmen
Repressive Maßnahmen
Informationsdefizite abbauen

Resolutionen
von JiP 1998

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Präventive Maßnahmen

Umschichtung von Geldern
Durch Umschichtung von finanziellen Mitteln sollten Jugendeinrichtungen weiter gefördert werden. Durch Wegholen der Jugendlichen von der Straße werden Straftaten aus mangelnder Beschäftigung verhindert.
Eine weitere Förderung dieser Einrichtungen und des damit verbundenen Verhinderns von Straftaten ist kostengünstiger als die durch Straftaten entstehenden Kosten für den Staat.

Unterstützung von Präventionsmaßnahmen
Um Jugendliche von Straße und damit Kriminalität fernzuhalten, würden wir uns wünschen, daß Prominente durch ihre Präsenz bei Sportprojekten von Jugendlichen mit ihrer Vorbildfunktion tätig werden (z.B. Sportprojekt "Midnight-Basketball").

Ausbildung von LehrerInnen
Wir fordern, die Bewältigung von Konflikten in Aus- und Fortbildungsseminaren aufzunehmen, damit LehrerInnen in der Lage sind, angemessen und fachgerecht bei Konflikten zwischen SchülerInnen einschreiten zu können.

Mitgestaltung von Jugendzentren
Oftmals sind Jugendzentren leer, weil einer bestimmten Freizeitaktivität nicht nachgegangen werden kann. Könnte der Jugendliche bei der Gestaltung der Jugendzentren mitwirken, könnte jedes Jugendzentrum individuell je nach Geschmack eingerichtet werden; so könnte eine Steigerung der Resonanz von Jugendzentren erreicht werden.

Jugendarbeitslosigkeit
Durch Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit würde gleichzeitig die Jugendkriminalität abnehmen. Daher fordern wir, daß die Jugendlichen bei ihrer Jobsuche unterstützt und gefördert werden, da Arbeit den Jugendlichen ihr verlorenes Selbstwertgefühl wiedergibt.

Repressive Maßnahmen

Wir fordern, daß die Strafmündigkeit bei 14 Jahren belassen wird.
Begründung:

  • Wir befürchten, daß andernfalls noch jüngere Kinder von Banden für kriminelle Handlungen ausgenutzt werden.
  • Kinder unter 14 Jahren begehen gewöhnlich einmalig ein kleineres Vergehen. Nur in sehr seltenen Fällen handelt es sich in diesem Alter um WiederholungstäterInnen oder Schwerkriminelle.
  • In diesem Alter können die Eltern gewöhnlich noch auf ihre Kinder einwirken, was das Eingreifen von Justiz überflüssig macht.

Wir fordern, daß der TäterIn-Opfer-Ausgleich verstärkt angeboten wird.
Begründung:

  • Wir halten es für sehr wichtig, daß der/die TäterIn unmittelbar mit den Folgen seiner/ihrer Tat konfrontiert wird.
  • Der TäterIn-Opfer-Ausgleich wird vom Opfer im allgemeinen als zufriedenstellender empfunden als eine Gerichtsverhandlung.
  • Der TäterIn-Opfer-Ausgleich ist eine Maßnahme, die schnell und unbürokratisch stattfinden kann, aus Erfahrung sehr effektiv ist und sich auch finanziell in einem durchaus annehmbaren Rahmen bewegt.

Wir fordern, daß GewalttäterInnen in jedem Fall mit dem von ihnen angerichteten Schaden konfrontiert werden.
Falls nicht, wie im Idealfall, ein TäterIn-Opfer-Ausgleich stattfindet, sollte der/die TäterIn gezwungen werden, sich auf andere Art mit dem von ihm angerichteten Schaden auseinanderzusetzen (z. B. in Form von Fotos, Tonbändern, Gesprächen mit einem/einer SozialpädagogIn). Diese Maßnahme soll kein Ersatz für eine Gerichtsverhandlung sein, sondern eine Ergänzung.
Begründung:
Wir denken, daß die direkte Konfrontation eine starke Wirkung auf den/die TäterIn hat.

Wir fordern eine konsequentere Gesprächsführung der Polizei mit den Eltern straffällig gewordener Jugendlicher.
Begründung:

  • Oft sucht die Polizei den Dialog mit den Eltern erst, wenn ihre Kinder bereits mehrfach straffällig geworden sind. Die Chancen der Eltern, dann noch auf ihre Kinder einzuwirken, sind dann bereits deutlich geringer als nach der ersten Straftat.
  • Durch diese Gespräche müssen die Eltern auch von Möglichkeiten erfahren, wo sie sich Hilfe holen können.

Wir fordern eine bessere Opfer-Hilfe.
Begründung:

  • Die Opfer benötigen oft mehr Hilfe zur schnelleren Verarbeitung der Tat.
  • Schnellere psychologische Hilfe nach jeder Tat dient auch der Gleichberechtigung zwischen TäterIn und Opfer, da im Hinblick auf TäterIn und Opfer oftmals der/die TäterIn im Mittelpunkt steht.

Das Hamburgische Gerichtssystem ist überlastet. Die Zeit zwischen Tat und Verhandlung ist zu lang.
Wir fordern deswegen:
Die Aufteilung des Gerichtes in zwei Bereiche. Einen Bereich wie bisher, der sich mit SchwerverbrecherInnen bzw. WiederholungstäterInnen befaßt, und einen anderen Bereich, der sich nur mit kleinen Vergehen beschäftigt, um die Gerichte zu entlasten, da sie schneller und unkomplizierter handeln können.

Informationsdefizite abbauen

Da sich die TäterInnen oft nicht im klaren sind, was sie mit einem Strafdelikt bei einem Opfer für physische und psychische Störungen hervorrufen, fordern wir eine bessere Aufklärung der Jugendlichen über Gewalt.
Um dieses zu realisieren, schlagen wir vor:

Da die Zeit nach den Zeugniskonferenzen eine Zeit ist, in der nur wenig Unterrichtsstoff vermittelt wird, wäre es sinnvoll, eine Woche der Gewaltaufklärung stattfinden zu lassen.
Des weiteren sollte die Gelegenheit von Schulen wahrgenommen werden, eineN JugendbeauftragteN in Klassen zu laden, um Diskussionen zum Thema Gewalt zu führen. Um dieses zu ermöglichen, sollte die Behörde für Inneres diese auch zur Verfügung stellen. DieseR sollte genau über die Konsequenzen einer Straftat für TäterIn und Opfer aufklären. Für TäterInnen wäre dieses eine Abschreckung.
Da Opfer von Straftaten größtenteils es nicht wagen, die Straftat anzuzeigen, weil sie Angst vor Racheakten haben, fordern wir eine Kampagne, die dazu ermutigt, die Straftat zur Anzeige zu bringen.

Es muß mehr Aufklärungsarbeit für die Opfer geleistet werden.
Darunter stellen wir uns vor, daß die Aufklärungsarbeit bei der Anzeige stattfindet. Dieses kann z. B. in Form eines Flugblattes oder einer Broschüre erfolgen. Inhaltlich sollten kompetente AnsprechpartnerInnen für psychologische Betreuung genannt werden. Zudem sollte auf das Jugendinformationszentrum (JiZ) oder ähnliche Einrichtungen hingewiesen werden.



Was ist aus den Forderungen geworden?
Hier gibt's die Erfolge und Niederlagen!

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