|
Jugend
und Politik
Während
der Gespräche in unserem Ausschuß und mit den Experten, die
jugendpolitische Sprecherin der SPD, Frau Rogalski-Beeck, und Klaus-Peter
Hesse, stellten wir fest, daß es unter Jugendlichen Politikverdrossenheit
gibt. Dies hat mehrere Ursachen:
1. Jugendliche
fühlen sich von PolitikerInnen nicht ernst genommen.
Wir fordern:
Eine
monatliche offene Stunde im Rathaus, in der die jugendpolitischen SprecherInnen,
mindestens ein Mitglied aus den Ausschüssen Jugend und Sport und
Schule und mindestens einE VertreterIn aus jeder Jugendorganisation der
Bürgerschaftsparteien anwesend sein sollten. In diesen offenen Stunden
sollen Jugendliche Gehör finden.
Die
Pflicht für Schulen, einmal pro Jahr eine politische Diskussion zu
veranstalten, an der VertreterInnen der Bürgerschaft und die letzten
beiden Jahrgänge der Schule teilnehmen müssen.
2. Den
Jugendlichen wird nicht genügend aktuelle Politik vermittelt.
Wir fordern:
Eine
frühere Einführung des Faches Politik in der Schule.
Einen
Politikunterricht, der sich mehr am politischen Tagesgeschehen orientiert.
Die
Erhöhung der Bedeutung des Faches Gemeinschaftskunde, verbunden mit
einer deutlichen Erhöhung der Stundenzahl. Insbesondere müssen
volkswirtschaftliche Inhalte früher unterrichtet werden. Es ist darauf
zu achten, daß politische, wirtschaftliche und gesellschaftswissenschaftliche
Inhalte gleichberechtigt behandelt werden.
3. Die
Politik ist für Jugendliche nicht transparent genug.
Wir fordern:
Veranstaltungen
wie "Jugend im Parlament" sollen zweimal jährlich stattfinden.
Mehr
Werbung für solche Veranstaltungen.
Mehr
Öffentlichkeitsarbeit, die speziell Jugendliche anspricht.
Wir finden
es sehr bedauerlich, daß uns von Frau Rogalski-Beeck klargemacht
wurde, daß mit Jugendpolitik keine Karriere zu machen sei und sich
deshalb kaum einE PolitikerIn wirklich für Jugendliche interessiere.
Uns ist dies unverständlich, denn schließlich
sind wir die Zukunft und nicht zuletzt die zukünftigen WählerInnen.
Jugendarbeitslosigkeit
Mißstände
In Hamburg
sind zur Zeit ca. 10 000 Jugendliche arbeitslos, darunter sind alle Schulformen
vertreten. Gründe hierfür sind unserer Meinung nach:
Mangelnde
Vorbereitung durch die Schulen auf das Arbeitsleben.
Fehlende moderne
Technik an den Schulen (Multimedia usw.), die von den ArbeitgeberInnen
gefordert wird.
Zu kurze und
zu späte Berufsorientierungshilfen mit fehlender Kontinuität.
Zu wenige
Praktika und dadurch zu geringe Einblicke in Berufe und deren Möglichkeiten.
Häufig
fehlende praktische Erfahrungen der LehrerInnen in der aktuellen Berufswelt.
Teilweise
fehlende Flexibilität der Jugendlichen in der Berufswahl.
Zu wenig Angebote
von Ausbildungsplätzen durch die Betriebe.
Wachsende
Ansprüche der Betriebe an die Jugendlichen.
Bevorzugung
Jugendlicher aus anderen Regionen, da angeblich die Vorbildung in anderen
Regionen besser sei als in Hamburg.
Zu geringe
Unterstützung für Jugendliche, die in anderen Regionen arbeiten
wollen (soziale Unterstützung).
Mangelhafte
finanzielle Unterstützung durch den Staat für Betriebe, die
Auszubildende annehmen.
Um diese
Mißstände aufzuheben, hat der Ausschuß für Jugend
von "Jugend im Parlament" folgende Forderungen erarbeitet:
Forderungen
Direkte Aufforderung an die Schulen, Vorbereitungsmaßnahmen durchzuführen
(ggf. in den Lehrplan integrieren), z.B.: praktische und berufsnahe Arbeitsweisen
in den Unterricht einbinden.
Die Anzahl
der Praktika steigern, um einen umfassenden Einblick in die Berufswelt
zu bekommen, da dies die Chance erhöht, einen Ausbildungsplatz zu
bekommen.
Freiwillige
Praktika für LehrerInnen, damit auch sie auf einem aktuellen wirtschaftlichen
Stand sind. 2.4. Bessere Informationen für Jugendliche über
die Möglichkeiten ihrer Berufswahl.
Verbesserung
von schultechnischen Materialien und Anlagen, wie z. B.: Internet-Zugänge,
Medienwerkstätte, neue Bücher, Sprachlaboratorien usw.
Häufigere
und frühere Berufsorientierungsmöglichkeiten durch die Schulen
(ggf. in den Lehrplan integrieren bzw. Projektwochen).
Generelle
bessere soziale Unterstützung und Betreuung für Jugendliche,
die in anderen Regionen arbeiten wollen.
Verstärkte
finanzielle Hilfe für Ausbildungsbetriebe.
Wir hoffen,
daß Ihnen endlich die Wichtigkeit dieser Probleme einleuchtet und
Sie so schnell wie möglich etwas dagegen unternehmen werden.
In den vier
Tagen, in denen wir an "Jugend im Parlament" teilgenommen haben,
haben wir gemerkt, daß einige PolitikerInnen wenig Interesse an
Jugendproblemen haben. Wir hoffen, sie belehren uns eines Besseren.
Wir fordern,
daß die Hamburger Bürgerschaft die Kultusministerkonferenz
auffordert, die BSV (BundesschülerInnenvertretung) anzuerkennen
|