zur JiP-Startseite  
Über JiP
Resolutionen
Forum
Links

Resolutionen von JiP 1998
Drogenpolitik
Präventions- und Aufklärungsarbeit
Legalisierung von Cannabis
Integration Suchtkranker
Rechtliche Voraussetzungen

Resolutionen
von JiP 1998

alle Resolutionen als

Präventions- und Aufklärungsarbeit

Wir wollen eine allgemeine Enttabuisierung des Themas Drogen in unserer Öffentlichkeit! Es ist unverantwortlich, wie dieses Thema bisher verdrängt wurde. Daher fordern wir mehr Präventions- und Aufklärungsarbeit.

Wir fordern:
aktuelle Broschüren über Drogen, die klar und objektiv die Risiken und Gefahren, aber auch (!) die Reize von Drogen darstellen.

öffentliche Gelder für die Publizierung bestehender Beratungsstellen zum Thema Drogen.

öffentliche Seminare und Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen (Jugendliche, Eltern ...) und nicht nur für LehrerInnen.

kontroverse Auseinandersetzungen mit dem Thema Drogen in den Schulen, z. B. in Form von Projekttagen, Diskussionen, Elternabenden ... (z. B. zusammen mit Methadon-Patienten, früheren Abhängigen, Junkies sowie anderen qualifizierten ReferentInnen).

daß Untersuchungen und Statistiken, auf deren Basis argumentiert wird, aktualisiert und dann veröffentlicht werden.

Legalisierung von Cannabis

Des weiteren fordern wir hinsichtlich der Liberalisierung der Drogenpolitik:

die Legalisierung von Cannabis.
den Verkauf von Cannabis in Coffie-Shops oder Apotheken mit Abgabebegrenzung ab 18 Jahre. Die Preise sollen deutlich unter den Verkaufspreisen der DealerInnen liegen, um den illegalen Handel in diesem Bereich zu senken. Durch die Markttrennung harter und weicher Drogen würde die Quote der Umsteiger von Cannabis auf harte Drogen sinken, da der Cannabiskonsument mit dem kriminellen Milieu der Drogenszene nicht mehr in Berührung kommt.

Integration Suchtkranker

Außerdem fordern wir zur Integration Suchtkranker:

mehr soziale Einrichtungen in zentraler Lage (z.B. Sternschanze und St. Georg) mit Übernachtungsmöglichkeiten. Es gibt z. B. nachweislich nur eine Einrichtung für Frauen, von denen 57 Prozent der dort Verkehrenden obdachlos sind.

mehr Fixerstuben, in denen sich mehrere Gesundheitsräume mit nicht mehr als zehn Druckplätzen befinden. Weil viele Menschen sich außerhalb der Fixerräume ihren "Druck" setzen (ca. 60 in einer halben Stunde) und gleichzeitig die acht existierenden Druckplätze besetzt sind, sieht man, daß alleine in St. Georg mindestens 40 Druckplätze erforderlich sind.

die Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen für die geregelte Abgabe von reinem Heroin als Überbrückung bis zur Teilnahme an einem Substitutionsprogramm oder auch als Alternative zu Methadon, da so der Schwarzmarkthandel und die Beschaffungskriminalität erheblich geschwächt werden würde. Außerdem würden körperliche Krankheiten wegfallen, da reines Heroin den Körper nicht in so starkem Maße schädigt und die Menschen dadurch arbeits- und gesellschaftsfähig bleiben bzw. werden.

daß jeder Süchtige die Möglichkeit erhält, in ein Methadon-Programm aufgenommen zu werden, da die Abhängigkeit von harten Drogen genau wie Alkoholismus als Krankheit angesehen werden muß.

daß die Akupunkturbehandlung aus den USA, wo die Zahl der Rückfälligen hierdurch von 53 Prozent auf 13 Prozent gesunken ist und mit welcher auch in Deutschland schon erhebliche Erfolge erzielt wurden, in Hamburg staatlich subventioniert werden soll. Es sollte geprüft werden, ob - wie in den USA- einE kriminelleR DrogenabhängigeR zwischen der Verurteilung zu einer neunzigtägigen Akupunkturbehandlung oder einer Gefängnisstrafe sich entscheiden kann.

Rechtliche Voraussetzungen

Wir fordern schließlich, daß die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Krankenkassen auch für alle weniger stark Abhängigen, die sich für Methadon-Programme entscheiden, die Kosten tragen.

Es sollte keinerlei Vorschriften oder Bedingungen (z. B. Schwangerschaft, Lebenslauf usw.) mehr geben, die Voraussetzung für die Übernahme der Finanzierung der Therapie- oder Drogenprojekte durch die Krankenkassen sind.

Drogenabhängige sind krank und müssen somit genau wie andere kranke Menschen behandelt und unterstützt werden.



Was ist aus den Forderungen geworden?
Hier gibt's die Erfolge und Niederlagen!

l nach oben l

zu "Resolutionen 1998"