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Resolutionen von JiP 1996
Schulpolitik
zum Entwurf für ein
"Hamburgisches Schulgesetz"

Abitur

Resolutionen
von JiP 1996

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zum Entwurf für ein "Hamburgisches Schulgesetz"

Generell halten wir die Förderung von Eigenengagement der einzelnen Schulen, wie es im neuen Gesetz vorgesehen ist, für sinnvoll.

Die Herausbildung von Eliteschulen muß verhindert werden, damit die Gleichwertigkeit der Schulen und ihrer Abschlüsse gewährleistet ist.

Schulprogramm

Die Erarbeitung eines eigenen Schulprogramms stellt für die Schulen eine große Chance dar, die Einsatzfreudigkeit von Eltern und SchülerInnen zu nutzen.

Das Engagement variiert allerdings von Schule zu Schule stark, was von verschiedenen Faktoren abhängt. Den Schulkonferenzen sollte die Möglichkeit gegeben sein, ein eigenes Programm zu erstellen, dies darf allerdings nicht einen Zwang bedeuten.

Die Schulbehörde sollte die Schulen mit eigenem Programm gemäß ihrer Schwerpunktsetzung mit entsprechenden zusätzlichen FachlehrerInnen und Unterrichtsmaterialien ausstatten.

Autonomie der Schulen

Wir befürworten eine gestärkte Autonomie der Schulen. Es ist sinnvoll, die Haushaltsmittel dort zu verwalten, wo sie eingesetzt werden.

Die Schulbehörde darf nicht nur Aufgaben delegieren. Sie muß auch die personellen Mittel dafür zur Verfügung stellen.

Es ist sicherlich falsch, der Schulleitung neue Aufgabenbereiche zuzuweisen und ihr gleichzeitig
eine Verwaltungsstunde zu streichen.

Das Budget der Schulen sollte nach dem sozialen Umfeld derselben bemessen werden. Für Schulen in wohlhabenden Stadtteilen wird die Umsetzung eines Schulprogramms stärker als in ärmeren Stadtteilen von einem Schulverein unterstützt werden können.

Verbesserung des Unterrichtsniveaus

Die Qualität des Hamburger Abiturs hängt nicht nur von den Regularien der Oberstufe ab.

Für eine nachhaltige Verbesserung des Unterrichtsniveaus fordern wir:

daß die LehrerInnen regelmäßige Weiterbildung nachweisen müssen.

§ 8 (1) Ergänzung der Definition einer Lehrerkraft in dem Satz: "Lehrkraft ist, ..., wer ..., erteilt und entsprechende Qualifikationen hat."

Am Schuljahresanfang sollten die SchülerInnen in allen Fächern mit dem Lehrplan vertraut gemacht werden. Falls mehrere Themen zur Wahl gestellt sein sollten, wäre es zu wünschen, daß die SchülerInnen bei der Auswahl der Themen beteiligt werden. Eine genauere terminliche Aufschlüsselung der zur Verfügung gestellten Lehrpläne und der vorgesehenen Themen im Klassenbuch würde es den SchülerInnen erleichtern, die Geschwindigkeit im Stoff nachzuvollziehen.

Die Fachaufsicht der Behörde sollte stärker als bisher über das Erzielen der Lernziele wachen.

ReferendarInnen sollten nur mit Zustimmung ihrer AusbilderInnen bedarfsdeckend im Unterricht eingesetzt werden.

Anhörung der SchülerInnen bei der Beurteilung von ReferendarInnen.

§ 88 (5) darf nicht zu LehrerInneneinsparungen führen. Eltern können ergänzend zum Unterricht mitwirken, aber keinesfalls z. B. in den Verläßlichen Halbtagsgrundschulen qualifizierte LehrerInnen ersetzen.

Wir fordern, daß die Probezeit für LehrerInnen verlängert wird.

Krankheitsbedingte Unterrichtsausfälle müssen, vor allem in Abschlußklassen, der Vergangenheit angehören. Dazu ist die Einrichtung einer "LehrerInnenfeuerwehr" in ausreichendem Umfang nötig. Fällt einE LehrerIn länger als fünf Tage aus, ist Ersatz notwendig.

Klassenkonferenz

Sie sollte mindestens zweimal jährlich einberufen werden.

Ab der fünften Klasse sollten KlassensprecherInnen teilnehmen dürfen.

Zur Erörterung pädagogischer Maßnahmen (nicht Ordnungsmaßnahmen) betreffs einzelner SchülerInnen sollte es zum Schutz der Intimsphäre der Betroffenen möglich sein, ElternvertreterInnen und KlassensprecherInnen auszuschließen.

Aufhebung des BeamtInnenstatus

Wir befürworten die Aufhebung des BeamtInnenstatus für LehrerInnen. Dies würde ein leistungsbezogenes Bezahlungssystem zur Folge haben. Flexiblere Personaleinsatzplanungen wären möglich.

(Anmerkung der Online-Redaktion: Seit April 1997 gibt es ein neues Schulgesetz, das hier zu finden ist.)

Abitur

Zum Beschluß der Kultusministerkonferenz (nachstehend KMK genannt) vom 25. Oktober 1996 beziehen wir folgendermaßen Stellung:

Wir unterstützen die grundlegenden Ziele der KMK bezüglich der "Ausbildung der Studierfähigkeit".

  • - "Sprachliche Ausdrucksfähigkeit"
  • "Schriftliche Darlegung eines konzisen Gedankengangs"
  • "Verständiges Lesen komplexer fremdsprachlicher Sachtexte"
  • "Sicherer Umgang mit mathematischen Symbolen und Modellen".

Der KMK-Beschluß setzt aber mit der Reform der Oberstufe an der falschen Stelle an. Defizite in den eben genannten Punkten entstehen in der Mittelstufe. Wissenslücken müssen bereits hier erkannt und behoben werden.

Die Sekundarstufe II muß eine Schwerpunktsetzung auf Grundlage der in der Sekundarstufe I erworbenen Grundkenntnisse erlauben. Die derzeitige Hamburger Oberstufenordnung wird den Ansprüchen an eine allgemeine Hochschulreife durch umfangreiche Kursauflagen gerecht. Daher lehnen wir den durchgehenden Belegungszwang der "Kernfächer" Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache ab.
Wir fordern die Möglichkeit der Schwerpunktbelegung in der Oberstufe, damit die spezifischen Fähigkeiten jedes einzelnen nicht vernachlässigt werden. SchülerInnen, die in einem Fach Schwächen zeigen, können sich durch gute Leistungen in anderen Fächern trotzdem für ein Studium qualifizieren. Schwerpunktlegung kann auch als Vorbereitung auf ein Studium dienen. Die Allgemeinbildung wird durch den Unterricht in der Mittelstufe und die derzeitigen Kursauflagen in der Oberstufe gewährleistet.

Das Abitur muß als allgemeine Hochschulreife erhalten bleiben!

In der Sekundarstufe II müssen Schlüsselqualifikationen für Beruf und Studium erlernt werden. Dazu gehören selbstorganisiertes Arbeiten, Teamfähigkeit und Präsentation von Ergebnissen. Der durchgehende Belegungszwang des KMK-Beschlusses beeinträchtigt oder verhindert das Erlernen dieser Schlüsselqualifikation. Deshalb fordern wir die Einführung und Ausweitung fächerübergreifenden Unterrichts in der Oberstufe.



Was ist aus den Forderungen geworden?
Hier gibt's die Erfolge und Niederlagen!

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