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Resolutionen von JiP 1995
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Resolutionen
von JiP 1995

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Der Ausschuß hat in Anlehnung an die Beschlußvorlage des Ausschusses "Verkehr" von "Jugend im
Parlament 1993"
folgende Forderungen formuliert.

Hierbei ist uns zwar klar, daß diese Projekte zum Teil kostenaufwendig sind, doch denken wir, daß hier
Prioritäten gesetzt werden müssen.

Da ein gutes ÖPNV-Angebot Nachfrage schafft und die Stadt wieder lebenswert macht, muß alles getan werden, um dieses so attraktiv wie möglich zu gestalten. Hierbei ist gerade auch die Preispolitik entscheidend.

Tarife

Neben der generellen Forderung nach Preissenkungen besteht das Bedürfnis nach der Einführung einer übertragbaren Umweltmonatskarte, die ganztägig gilt. Der Preis sollte 80 DM nicht überschreiten.

Kombitickets, d. h. Eintrittskarten, in deren Preis die Benutzung des HVV eingeschlossen ist, sollten bei kulturellen Veranstaltungen häufiger Verwendung finden.

Abschaffung der ersten Klasse der S-Bahn und aller Zuschläge.

Service

Notwendig für den Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel ist ein attraktiveres HVV-Angebot in der Nacht. Freitag und Sonnabend nacht besteht der Bedarf nach Bahn im 20-Minuten-Takt, in den Nächten von Sonntag bis Donnerstag ist ein 30-Minuten-Takt ausreichend. Die dadurch überflüssigen Nachtbus-Linien werden für Querverbindungen eingesetzt.

Bei der Möglichkeit, ein Nachttaxi vom Bus aus zu bestellen, muß die Verläßlichkeit des Taxi-Transportes garantiert werden. Im Interesse von Sammeltaxis sollen die ersten zwei Kilometer ab drei Insassen pauschal 4 DM pro Person, für Einzelpersonen 5 DM kosten. Danach fallen die üblichen Taxikosten an.

Allgemein muß die Benutzung des HVV behindertengerechter werden.

Um RadfahrerInnen die Benutzung des HVV attraktiver zu machen, besteht der Bedarf nach einer Bereitstellung sicherer Fahrradboxen an U- und S-Bahn-Haltestellen.

Jede Bahn braucht in der Art eines Gepäckwagens einen Fahrradtransport-Waggon.

Sicherheit

Für eine Erhöhung der Sicherheit in U- und S-Bahnen soll durch Erhöhung der Anzahl des Wachpersonals gesorgt werden. Dieses muß besser ausgebildet und sozial geschult werden, um so bürgerInnennah zu sein.

Der Blickkontakt zwischen den Waggons muß (wie zum Teil realisiert) durch Glasfronten gewährleistet sein. Die Waggons müssen mehr Notruf-Tasten haben, außerdem müssen Bushaltestellen bzw. U- und S-Bahn-Stationen und -Zugänge besser beleuchtet werden.

Streckennetz

Um die Nutzung des ÖPNV sicherzustellen, ist es notwendig, die schon bestehenden Linien zu verlängern. Gebiete wie Ottensen, Osdorf, Lurup, Steilshoop, Bramfeld, Großlohe, Jenfeld, Sasel usw. sollten an das U- und S-Bahn-Netz angeschlossen werden. Hierzu bedürfte es ein bis zwei neuer Bahnlinien, deren Bau wir sehr begrüßen würden.

Wegen seiner flexiblen Streckenführung ist der Bus auf Kurzstrecken unersetzbar. Auf Mittelstrecken z. B. in Stadtteilzentren und auf stark frequentierten Buslinien (102, 108 usw.) muß dagegen eine Stadtbahn mit eigener Trasse eingesetzt werden.

Neben den neu zu bauenden Stadtbahntrassen besteht ein Bedarf nach mehr Busspuren. Nur indem die HVV-Fahrzeuge am (durch den Individualverkehr verursachten) Stau vorbeifahren, wird ein Umsteigen attraktiv genug gemacht.

Deswegen muß, außer auf den Hauptverkehrsstraßen, Tempo 30 für den Individualverkehr gelten.

Durch die Einführung einer Parkraumsteuer und eine starke Erhöhung der Strafgebühren und Bußgelder bei Falschparken und überhöhter Geschwindigkeit ist dies finanzierbar und die Motivation, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, größer.

Individualverkehr

Im Interesse einer "autofreien Innenstadt" fordern wir, die von der Baubehörde geplanten Projekte für verkehrsberuhigte Zonen finanziell vorrangig zu unterstützen. Diese sehen unter anderem die Bereiche City West, Poststraße, Große Bleichen, Gerhofstraße, Neue ABC-Straße, Alter Wall, Reesendamm, Mönckedamm, Umgebung des Dammtor-Bahnhofes als verkehrsberuhigte Zone vor.

Für die Stadtteilzentren von Altona, St. Georg, St. Pauli und für das Karolinenviertel fordern wir die Reduzierung von Parkplätzen und weitestmöglich die Schaffung von FußgängerInnenzonen.

In großräumigen FußgängerInnenzonen ist auf der gleichen Ebene der Fahrradverkehr zuzulassen auf farblich für ihn markierten Bereichen.

Um der Verdrängung von FahrradfahrerInnen und FußgängerInnen durch den Autoverkehr entgegenzuwirken, müssen die Radwege zu Lasten der Fahrbahnen auf mindestens 2m Breite erweitert werden. Nötig sind kantsteinfreie Straßenübergänge, um eine möglichst übergangslose Überführung der Radwege über die Fahrbahnen zu sichern.

An geeigneten und viel besuchten Standorten sind ausreichend große und technisch gut durchdachte Abstellanlagen für Fahrräder und Fahrradgepäck einzurichten.

Für das Universitätsviertel erwarten wir einen Rückbau der Straßen auf zwei Spuren und Umbau der Parkstreifen in Radwege, vor allem in folgenden Straßen: Grindelhof, Schlüterstraße, Hochallee und Rothenbaumchaussee.

Wir fordern die finanzielle Bevorzugung der "Velotrasse", die im Grindelviertel geplant ist.

In Wohngebieten ist einwohnerInnenberechtigtes Parken einzuführen und auch genügend Parkraum für Behinderte zu reservieren.

Ziel des Forderungskataloges soll es sein, eine ökologisch und sozialverträgliche Umgestaltung des Verkehrs in Hamburg zu bewirken. Dies ist nur dadurch zu erreichen, daß das Autofahren unattraktiv wird und die Angebote des ÖPNV so interessant werden, daß die Bevölkerung gerne auf andere Verkehrsmittel umsteigt.

Deswegen empfiehlt der Ausschuß "Umwelt, Energie und Verkehrspolitik" der Bürgerschaft die Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs in Hamburg und die Verbesserung des ÖPNV- und Fahrradnetzes in und um Hamburg. Die Verkehrspolitik muß von der autofreundlichen Politik weggeführt werden und so dem/der BürgerIn ein Umdenken ermöglichen.



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