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Resolutionen von JiP 1993
Politik und Mitbestimmung in Hamburg
Politikverdrossenheit
Parteienverdrossenheit
Parlamentsverdrossenheit
Medienverdrossenheit

Resolutionen
von JiP 1993

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Der Schwerpunkt des Ausschusses für "Politik und Mitbestimmung in Hamburg" ist die Politikverdrossenheit, die sich in Parteienverdrossenheit, Parlamentsverdrossenheit und Medienverdrossenheit aufgliedern läßt.

Begründungen:

Politikverdrossenheit

Die Politikverdrossenheit zeigt sich dadurch auf:

daß geringe Wahlbeteiligung der Bürger, 1991 nur 66,1 Prozent bei Bürgerschaftswahlen, zu verzeichnen war;

daß sich zunehmend eine apolitische Haltung bei den Jugendlichen bemerkbar macht;

daß vermindert Jugendliche in etablierte Parteien eintreten, vermehrt Austritte zu verzeichnen sind und dadurch die Parteien veraltern;

daß radikale Parteien und Gruppierungen durch scheinbar einfache Lösungen und Inhalte Zuspruch gewinnen;

daß die Auffassung der Bevölkerung, mit der Politik etwas bewegen zu können, abnimmt und sich dadurch das Gefühl der Hilflosigkeit verbreitet.

Parteienverdrossenheit

Die Parteienverdrossenheit wird gefördert durch:

die zu geringen Mitbestimmungsmöglichkeiten der Parteibasis. Im Gegensatz dazu steht die elitäre abgehobene Parteispitze.

eine scheinbare Konturlosigkeit der Parteien, die in einer politischen Annäherung der Parteien gesehen wird. Es scheint, als fehle eine klare Grundposition. Unterschieden werden muß jedoch zwischen Annäherung und Kompromißbereitschaft.

ein Streben nach Macht, nicht nach politischer Veränderungsmöglichkeit. Zitat: "Machtversessen, machtvergessen" (von Weizsäcker).

Unsere Forderungen sind daher:

Mehr Basisdemokratie (z. B. Urwahl, Mitgliederbefragung).

Klarere Grundpositionen beziehen.

Öffnung nach außen.

Kompromißbereitschaft nicht mit politischer Annäherung verwechseln.

Das Wirken der Parteien nicht auf Macht konzentrieren.

Parlamentsverdrossenheit

Die Parlamentsverdrossenheit resultiert aus:
der fehlenden Kommunikation zwischen Volk und Politik.
These 3 (100 Thesen zur Parlamentsreform):

"Die Schwächung des Vertrauens der Bürger und Bürgerinnen in die Politiker und staatlichen Institutionen fordert dazu heraus, die politischen Entscheidungswege durchsichtiger, die Entscheidungsergebnisse nachvollziehbarer zu gestalten und die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger und Bürgerinnen auszubauen."

der fehlenden Transparenz der politischen Entscheidungswege z. B. durch:

  • die unverständliche Austauschbarkeit der MinisterInnenämter und die dadurch folgende Infragestellung der Fachkompetenz,
  • nur sehr schwer nachvollziehbar hohe Engelte der Abgeordneten.

dem Nichtgerechtwerden der (zu) hohen Erwartungen des Volkes durch das Parlament aufgrund:

  • der Abhängigkeit von Industrie und Wirtschaft,
  • der Vorgaben von internationalen Bündnissen (EG, NATO usw.),
  • des zum Teil schon über Jahre hinaus festgelegten Haushaltes.

der kurzsichtigen Planung auf vier Jahre innerhalb einer Legislaturperiode.

Unsere Forderungen sind daher:

Aufnahme einer "Jugendfraktion" mit Rederecht in die Hamburgische Bürgerschaft.

Dichte und wechselseitige Kommunikation zwischen Parlament und Öffentlichkeit.

Mehr Transparenz der politischen Entscheidungswege.

Mehr Fachkompetenz (z. B. bei MinisterInnen).

Planung nicht auf Legislaturperioden beschränken.

Festlegung der Diäten durch unabhängige Diätenausschüsse. Ihnen müssen SteuerzahlerInnenverbände angehören. ParlamentarierInnen und PolitikerInnen dürfen maximal ein Drittel der Mitglieder dieses Ausschusses stellen.

Die Einführung der Volksgesetzgebung.
These 99 (100 Thesen zur Parlamentsreform):

"Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid werden als Verfahren der Volksgesetzgebung in der Hamburgischen Verfassung vorgesehen."

Medienverdrossenheit

Die Einflußmöglichkeit der Medien auf Politikverdrossenheit wird bemerkbar durch den Überfluß an
Informationen, der zur Folge hat, daß die BürgerInnen unsensibler und desinteressiert werden und deshalb meist nur noch Parolen und Überschriften aufnehmen.

Unsere Forderungen sind daher:

Ausgewogene Berichterstattung (nicht nur eine schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht).

Politik nicht zur Show verkommen lassen.



Was ist aus den Forderungen geworden?
Hier gibt's die Erfolge und Niederlagen!

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