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Gewalt
von Kindern und Jugendlichen
Der Ausschuß
"Gewalt" hat seinen Schwerpunkt auf Gewalt von Kindern und Jugendlichen
gesetzt und sich in den drei Tagen mit den Ursachen beschäftigt.
Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, daß Menschen in frühester
Kindheit von der Familie, aber auch von dem gesamten Umfeld entscheidend
für ihr weiteres Leben geprägt werden.
Dies sieht
im Detail so aus: Sozial schwache Familien sind durch den Einfluß
verschiedener Probleme wie finanzielle Not, schlechte Lebensbedingungen
und Perspektivlosigkeit oft überfordert. Eltern bringen ihren Kindern
aufgrund der Häufung der Probleme nicht die Fürsorge entgegen,
die sie benötigen. Liebesentzug, familiäre Probleme und vorgelebte
Gewalt durch Familie, Freunde und Fernsehen stört die Entwicklung
der Kinder. Dieses wirkt sich oft in Form von Gewalt aus, da die Kinder
sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Die Mißstände werden
durch Drogen- und Alkoholkonsum, Kriminalität
und sexuellen Mißbrauch oft noch erhöht.
Einflüsse
auf die Kinder
In den einzelnen
Lebensetappen wirken verschiedene Einflüsse auf die Kinder ein:
Anfangs haben die Eltern und ihr Freundeskreis den größten
Einfluß, der durch die finanzielle Lage, Probleme und geographische
Probleme geprägt ist;
kleine Wohnung, kein Geld und schlechtes Umfeld wirken sich schlecht auf
die Entwicklung des Kindes aus;
aufgrund von Problemen haben die Eltern meist keine Zeit für ihr
Kind und lassen ihre Sorgen auf dem Rücken ihres Kindes ab, deshalb
zieht sich das Kind zum Fernseher zurück, hat keine FreundInnen und
keinen Kontakt nach außen;
Trabantenstädte bieten keine ausreichenden Spielmöglichkeiten
und stellen keinen kindgerechten Lebensraum dar;
es gibt zu wenig Kindergartenplätze;
sobald die Kinder in die Schule kommen, werden sie auf einmal mit Lebensregeln
konfrontiert, fühlen sich eingeengt, stehen unter Leistungsdruck,
geraten durch ihre soziale Lage oft in die AußenseiterInnenrolle;
in höherem Alter nehmen sie verstärkt ihre Lage wahr und sind
politisch gefrustet; sie merken, daß politisch erst reagiert wird,
wenn Gewalt stattgefunden hat.
Unsere
Forderungen
Familienorientierter Wohnungsbau
ein Recht auf einen Kindergarten- und Kindertagesstättenplatz
Schaffung von kindgerechten Lebensräumen (verwilderte Wiesen, Freiflächen
zum Spielen)
Einrichtung von Sportmöglichkeiten (Öffnung von Sportplätzen,
Basketballkörbe)
mehr Familienhilfe
Kinder bei Planungsentscheidungen mit einbeziehen
Einrichtung von Jugendhäusern
Streetworker für Kinder und Jugendliche
mehr
Ganztagsschulen zur Erhöhung des Angebots an Arbeitsgemeinschaften
SozialpädagogInnen an jeder Schule (BeratungslehrerIn)
Veränderung der LehrerInnenausbildung (verpflichtende sozialpädagogische
Kurse)
weniger Gewalt im Fernsehen
politische Entscheidungen rechtzeitig und nicht erst nach Gewalttaten
(bürgerInnennahe Politik)
doppelte Staatsbürgerschaft, kommunales AusländerInnen-Wahlrecht.
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