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Resolutionen von JiP 1993
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Unsere Erkenntnisse und Forderungen

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von JiP 1993

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Hilfe statt Strafe für Drogenabhängige

Situation der Drogenszene in Hamburg

Die Politik hat angesichts der in Hamburg vorherrschenden Drogensituation versagt.

Rückläufige Zahlen von Drogentoten und polizeilich erfaßten ErstkonsumentInnen harter Drogen wie z. B. Heroin können über die tatsächliche Situation der Drogenabhängigen in dieser Stadt nicht hinwegtäuschen.

Immer noch konsumieren fast 10000 Menschen täglich harte Drogen. Um ihre Sucht zu finanzieren, benötigen sie täglich mehrere hundert Mark, die sie meist nur durch Prostitution, Diebstahl und Drogenhandel beschaffen können.

Begleitet wird die Abhängigkeit von einem kontinuierlich fortschreitenden sozialen Verfall, der letztendlich zur Ausgrenzung aus der Gesellschaft führt. Da allein schon der Besitz von Drogen als Straftat behandelt wird, geraten sie zwangsläufig in einen Teufelskreis, der sich wie folgt darstellt:

Die Situation der Drogenhilfe am Beispiel des "Stay Alive"

Durch staatlich geförderte Maßnahmen gibt es derzeit zwölf Beratungs- und Kontaktstellen für Drogenabhängige, eines davon ist das "Stay Alive" in Hamburg-St. Pauli.

Hier ist es möglich, Spritzen zu tauschen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, Beratungsgespräche zu führen und warme Mahlzeiten zu sich zu nehmen (wenn die einzige Köchin nicht gerade im Urlaub ist, wie es während unseres Besuches der Fall war).
Zusätzlich gibt es eine Dusche und zwei Waschmaschinen für mehrere hundert Besucher am Tag. Am "Stay Alive" wird deutlich, in welcher Situation sich die Drogenhilfe in Hamburg befindet.

Einerseits werden Drogenhilfeprojekte begrüßt und für erhaltenswert erachtet, andererseits sieht es in der gegenwärtigen Situation nicht so aus, als würde es eine langfristige Existenzsicherung für die Einrichtung geben.

Der Mietvertrag läuft zum Ende des Jahres ab, und Alternativvorschläge werden unter Angabe von fadenscheinigen Gründen abgelehnt.

Unsere Erkenntnisse und Forderungen

Wir sind der Meinung, daß die Abgabe von harten Drogen auf Rezept nicht der einzige Weg ist, aber einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung darstellt.

Darüber hinaus muß es für die Drogenabhängigen einfacher werden, einen Therapieplatz zu erhalten, denn immer noch dauert es mehrere Monate von der Entscheidung des Drogenabhängigen zum Entzug bis zum Beginn der Therapie.

Wir fordern deshalb:
Ausbau des Therapie- und Beratungsnetzes von derzeit etwa 50 Entgiftungsplätzen und zwölf Beratungsstellen auf Entgiftungs- und Beratungsmöglichkeiten in allen Stadtteilen.

Vereinfachung des Antragsverfahrens zu einer Therapie sowie der Beschleunigung der Antragsbearbeitung.

Verstärkung der schulischen Aufklärung, z. B. Gespräche mit TherapeutInnen und Junkies.

Mehr Toleranz und Verständnis gegenüber Drogenabhängigen.

Verstärkte Unterstützung aller Beratungsstellen, insbesondere sofortige Sicherung der Zukunft des "Stay Alive".

Aufbau eines Suchtzentrums zur Koordination der Prävention.

Kontrollierte Abgabe von harten Drogen an Drogenabhängige unter ärztlicher Aufsicht bundes- bzw. EG-weit.

Erleichterung der Methadon-Behandlung.

Legalisierung sogenannter weicher Drogen (Cannabisprodukte).

Einführung einer Steuer, die dem Gesundheitswesen zugute kommt, auf Alkohol, Tabakwaren und "weiche Drogen".



Was ist aus den Forderungen geworden?
Hier gibt's die Erfolge und Niederlagen!

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