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Resolutionen von JiP 1992
Schule
Schulform
Unterrichtsform
Mitbestimmungsrechte ausbauen
Realisierung der Gesamtschule / weitere Forderungen

Resolutionen
von JiP 1992

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Grundlinien für die Schule von morgen

Schulform

  • Sechs Jahre Grundschule,
  • vier Jahre Sekundarstufe I, danach erster Schulabgang möglich,
  • drei Jahre Sekundarstufe II, danach zweiter Schulabgang möglich,
  • integrierte Gesamtschule für alle, zwecks Chancengleichheit und Integration aller Schülerinnen und Schüler, entsprechend dem Vorbild europäischer Schulformen (also wie in den Nachbarländern, z. B. Frankreich und England).

Das Angebot der Ganztagsschule muß bestehen, da die Rolle der Familie als Rückhalt für den einzelnen in unserer Gesellschaft abnimmt und so jedem das betreute, breitgefächerte Freizeitangebot der Schulen einen solchen Rückhalt bieten sollte.

Unterrichtsform

Die Prinzipien des offenen Unterrichts entsprechen dieser Schulform am besten. Dazu gehören Teamarbeit, LehrerIn als Ratgeber (nicht nur als ModeratorIn), individuelle Wochenpläne ausgerichtet auf die Bedürfnisse der einzelnen Kurse und Plenumsveranstaltungen (z. B. Vorträge für große Kreise zur allgemeinen Kostenbeschränkung).

Dies alles soll Teamgeist, Verantwortung, selbständiges Handeln und Sozialisation fördern.

Um dieser Unterrichtsform gerecht zu werden, muß das herkömmliche Bewertungssystem durch Berichte und Berichtszeugnisse ersetzt werden. Wir wollen eine Schule ohne Leistungsdruck und Selektion, die den persönlichen Neigungen der SchülerInnen gerecht wird und nicht auf deren Verwertbarkeit ausgerichtet ist. Auch in der Berufswelt wird man mit Berichtsbeurteilungen konfrontiert.

Hieraus ergibt sich, daß der pädagogische Teil der LehrerInnenausbildung größere Priorität erlangen muß.

Uns ist bewußt, daß es sich hier um ein relativ teures Schulsystem handelt, doch die Mißstände in der Bildung rechtfertigen unserer Meinung nach diese Ideen und Forderungen.

Forderungen, die sich aus der Arbeit des Schulausschusses ergeben:

Mitbestimmungsrechte ausbauen

Als Grundlage für eine funktionelle Schule, die Schülerinnen und Schülern Spaß macht, ist eine umfassende Demokratisierung notwendig. Wir wollen sicherstellen, daß alle Gruppen, die an Schule beteiligt sind (Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer), die gleichen Mitspracherechte bekommen. Deshalb muß der Einfluß der SV-Gremien gesteigert und die Schulkonferenz zu einem wirklichen Entscheidungsgremium gemacht werden, in denen die Schülerinnen und Schüler nicht von den Eltern und Lehrerinnen und Lehrern überstimmt werden können.

Deshalb fordern wir eine Fünfzig-fünfzig-Parität in der Schulkonferenz und eine beratende Stimme für die Eltern.

Wir fordern ebenfalls ein stärkeres Mitspracherecht für die SchülerInnenkammer. Anzudenken wäre z. B. ein Vetorecht bei grundlegenden Entscheidungen der Behörde.

Außerdem lehnen wir den sogenannten Elternwillen in der Wahl der Schulform ab. Schülerinnen und Schüler sollten selber die Möglichkeit haben, über ihre (schulische) Zukunft zu entscheiden. Deshalb sollten alle SchülerInnen bis zum Erreichen eines entscheidungsfähigen Alters eine gemeinsame Schule besuchen.

Zur Realisierung der Gesamtschule

Folgende Schritte sind einzuleiten:

RückläuferInnen aus dem dreigliedrigen Schulsystem werden an Gesamtschulen nicht aufgenommen.

Der Ausbau der Integrierten Gesamtschule (IGS) erfolgt nicht nur durch den Wegfall von Haupt- und Realschulen, sondern verstärkt durch die Schließung von Gymnasien.

Ein Schulsystem nur mit Gymnasium und Gesamtschule lehnen wir ab.

Neue Gesamtschulen werden als Ganztagesstadtteilschulen eingerichtet.

Aus- und Fortbildung von LehrerInnen muß in pädagogischer Hinsicht verbessert werden.

Weitere Modelle einer Zusammenführung von beruflicher und allgemeiner Bildung würden wir begrüßen.

weitere Forderungen

Um die aktuelle Situation an allen Schulen zu verbessern, fordern wir den Senat auf:

Einstellung von bedeutend mehr LehrerInnen,

die teilweise katastrophale bauliche Situation an den Schulen zu verbessern,

die Lehr- und Lernmittel auf den neuesten Stand zu bringen und neue Materialien, wie z. B. Computer und Videogeräte, anzuschaffen,

die Integration Behinderter auszudehnen und mindestens den Schulen, die Behinderte integrieren wollen, dazu die Möglichkeit zu geben,

mehr Ganztagsschulen einzurichten,

mehr Mittel für die Integration ausländischer SchülerInnen zur Verfügung zu stellen,

die Arbeit der Schülerlnnenvertretung finanziell abzusichern,

ein wirksames SchülerInnen-BAföG einzuführen und

mehr Mittel für sozialpädagogische und schulpsychologische Begleitung insbesondere an integrierten Schulen in sozialen Brennpunkten zur Verfügung zu stellen.



Was ist aus den Forderungen geworden?
Hier gibt's die Erfolge und Niederlagen!

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