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AusländerInnenfeindlichkeit
In der Bundesrepublik
Deutschland eskaliert eine Welle der Gewalt gegen Ausländerinnen
und Ausländer, die hier um Asyl ersuchen. Ausländerinnen und
Ausländer sind nicht die Ursache für diese Entwicklung. Sie
sind zu Unrecht Opfer der Gewalt.
Wir sehen
die Ursachen der Gewalt in der Perspektivlosigkeit, von der viele, auch
junge Menschen betroffen sind. Ihnen müssen durch gezielte Maßnahmen
in der
- Wirtschaftspolitik,
- Beschäftigungspolitik
und
- Bildungspolitik
Chancen
in der Gesellschaft gegeben werden, die es ihnen ermöglichen, gewaltfrei
ihr Leben zu gestalten.
Asylrecht
Wir halten
eine Diskussion um eine Einschränkung des Asylrechts im Grundgesetz
für gänzlich verfehlt. Es werden mit einer Änderung keine
Probleme gelöst. Die Parteien haben mit ihrer unsachlichen Debatte
um sogenannte Wirtschafts- und Scheinasylanten das Klima gegen Ausländerinnen
und Ausländer angeheizt.
Vielmehr muß über die Fluchtursachen gesprochen werden und
müssen endlich Initiativen ergriffen werden, die zu einer gerechten
Weltwirtschaft führen und Fluchtursachen beseitigen. Die westlichen
Industrieländer sind wegen ihrer unverantwortlichen Wirtschafts-
und Entwicklungspolitik für die Armut in der Welt verantwortlich.
Wenn wir eine gerechte Umverteilung des Wohlstandes in der Welt wollen,
müssen wir bereit sein, Abstriche in unserer Lebensführung zu
machen.
Wir wollen eine geregelte Einwanderung, die das Asylverfahren für
Flüchtlinge entlastet. Aufgabe der Regierung muß es sein, den
Einreisewilligen eine Lebensperspektive zu bieten (Wohnungen, Arbeit,
Ausbildung). Die Regelung der Einwanderung muß mit der Beteiligung
der Betroffenen geschehen.
Gleichzeitig soll ein Asylrecht geschaffen werden, das unter Beibehaltung
der Möglichkeit, den Rechtsweg in Anspruch zu nehmen, den Flüchtlingsbegriff
soweit erweitert, daß auch Flüchtlinge, die wegen ihres Geschlechts,
ihrer Herkunft und ihrer Religion verfolgt werden, Asyl erhalten.
Wir fordern, daß alle im Bundesgebiet lebenden Menschen das Recht
auf freie Berufswahl und soziale Sicherung bekommen (Streichung des §
19 AFG).
Wir wollen, daß Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge an
dem Asylverfahren vorbei Aufnahme in der Bundesrepublik
Deutschland finden (durch ein Flüchtlingsgesetz).
Integration
Wir verurteilen
das Verhalten der Eltern, die erstmalig in Ohlstedt gegen die Aufstellung
von Unterkünften auf dem Schulhof gekämpft haben. Solches Verhalten
fördert Vorbehalte gegen AusländerInnen und ist einer Integration
nicht dienlich. Ihm ist nicht nachzugeben.
Wir fordern
die Hamburger Schülerinnen und Schüler auf, sich gegen Rassismus
zu wehren und für Integration einzusetzen.
Eine doppelte Staatsangehörigkeit muß ermöglicht werden.
Das allgemeine Wahlrecht hat auch für Einwanderer zu gelten.
Wir fordern, daß schon in den Hamburger Schulen über Fluchtursachen
aufgeklärt wird, der Gleichheitsgrundsatz aller Menschen betont wird
und ein offenes und tolerantes Zusammenleben mit Ausländerinnen und
Ausländern gefördert wird. Hierzu sollen Integrationsklassen
zur Pflicht für alle Schulen werden (wenn nötig Änderung
des Schulgesetzes).
Wir verurteilen das Verhalten vieler Massenmedien, die die Eskalation
bis zur Gewalt geschürt haben. Flucht ist keine Sensation.
Wir wollen, daß die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland
sich mit einer Einwanderungsgesellschaft identifizieren kann, daß
Haß und Gewalt keine Chance haben!
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